Wo ist hier noch Platz für neues Gewerbe?
Augsburger Allgemeine 20.05.2018

Ein Experte ermittelte in Ustersbach drei mögliche Standorte für Gewerbegebiete. Die Studie favorisierte die Fläche 3 nördlich der B300.
Bild: S. P. Rupprecht/Büro Heider

Gemeinderat favorisiert eine Fläche nördlich der B300. Aber benötigt die Gemeinde überhaupt neue Flächen?

Wie soll die Gemeinde Ustersbach beim Thema Gewerbegebietsstandort weitermachen? Ist eine Ausweisung von Flächen überhaupt möglich? Und wenn ja, soll die Kommune dieses Risiko eingehen? Auf diese und viele andere Fragen erhofften sich Bürgermeister Maximilian Stumböck und der Gemeinderat mit der in Auftrag gegebenen Analyse zum Gewerbeflächenbedarf Antworten. Die Ergebnisse der Studie stellte bei der letzten Gemeinderatssitzung Manfred Heider vom gleichnamigen Augsburger Büro für Standort-, Markt- und Regionalanalyse vor.

Dabei sah der Fachmann bis 2026 grundsätzlich eine Nachfrage an Gewerbeflächen im westlichen Landkreis und damit auch in Ustersbach. Doch der Bedarf in den einzelnen Gemeinden sei in erster Linie abhängig von Lagegunst und Wirtschaftsstruktur. Durch die B300 liege Ustersbach bei der Unternehmensakzeptanz im „guten Mittelfeld“, resümierte Manfred Heider.

Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass bei der Ausweisung von Gewerbegebieten eine Reihe von Risiken zu berücksichtigen sei. „Ungünstige topografische Gegebenheiten können hohe Investitionskosten verursachen“, nannte er als Beispiel. Durch die Ansiedlung weiterer Betriebe werde zusätzlicher Verkehr generiert. „Die dadurch entstehende Verkehrsbelastung muss bei der Situierung des Standorts und der Erschließung berücksichtigt werden.“ Immer wieder komme es vor, dass neu ausgewiesene Gewerbeflächen oft viele Jahre keinen Käufer finden, die Gemeinde aber finanziell mit hohen Beträgen in Vorleistung getreten sei. 

Heider ging auch auf die Anforderungen aus Unternehmenssicht ein. Der Quadratmeterpreis müsse passen, ebenso die technische Ausstattung der Infrastruktur wie Breitbandgeschwindigkeit, die Erreichbarkeit des Standorts und die Anbindung an das regionale Verkehrsnetz.

Für Ustersbach hatte der Experte drei Standorte ermittelt. Bei diesen Flächen stellte er Plus und Minus gegenüber.

UstersbachNordwest Beim Standort an der Dinkelscherber Straße vermerkte er positiv, dass hier keine direkt angrenzende Wohnbebauung vorhanden und das Ortsbild bereits durch das Logistikzentrum der Brauerei geprägt sei. Parallel dazu monierte er die schlechte Verkehrsanbindung und die eingeschränkte Sichtbarkeit der Gewerbebetriebe. „Die Erschließung über die Dinkelscherber Straße ist nur schwer darstellbar, da zusätzlicher Verkehr im Ortskern zu erwarten wäre“, meinte Heider. Zudem sei der Kreuzungsbereich Dinkelscherber Straße/B300 schon jetzt überlastet und ein Unfallschwerpunkt.

UstersbachSüdwest Hier sei die Lage an und die Erschließung über die B300 vorstellbar, verdeutlichte der Fachmann. Hinzu würde eine gute Sichtbarkeit der Gewerbebetriebe kommen. Als schlecht bewertete er die dortige Topografie in Kombination mit der Ortseinfahrtssituation und der Verkehrserschließung als nicht ideal. Ein Minus erhielt auch die angrenzende Wohnbebauung und die Beeinträchtigung des Ortsbildes bei der Ortseinfahrt von Westen.

UstersbachOst nördlich der B300: Diese Fläche punkte mit der Lage an der B300 und dem Zubringer zur Autobahn (Bahnhofstraße/Richtung Mödishofen), mit der Erschließung über die Kreisstraße A2 und den Kreisverkehr oder mit der direkten Anbindung an die B300. Positiv würde dort auch die gute Sichtbarkeit der Gewerbebetriebe ausfallen. Abschläge musste dieser Standort wegen der angrenzenden Wohnbebauung im Westen und der Beeinträchtigung des Ortsbildes bei der Einfahrt von Osten hinnehmen.

Dennoch eignen sich hier nach Meinung des Experten Erschließung, Anbindung und Lage im Ortsgefüge am besten für die Ausweisung eines Gewerbegebietes. Voraussetzung seien jedoch die Erfüllbarkeit der bauleitplanerischen Vorgaben, insbesondere die Belange des Umweltschutzes und der Verfügbarkeit der Flächen.

Doch auch hier schränkte Heider ein: „Selbst bei einem funktionierenden Gewerbegebiet und günstiger Entwicklung ist die Rentabilität für die Gemeinde noch nicht gesichert.“ Wichtig sei im vorliegenden Fall das Entscheidungsziel der Gemeinde: „Will sie eine eigene Gewerbegebietsentwicklung mit all den Risiken und den zu erwartenden Kosten?“ Im Gesamten sehe er das Thema eher bedenklich, äußerte Heider. Aufgrund der Analyse dränge sich eine Gewerbegebietsausweisung in Ustersbach nicht gerade auf, zumal beim einzig favorisierten Standort noch die Wasserschutz- und Umweltthematik gelöst werden müsse. Bürgermeister Maximilian Stumböck entgegnete, dass dies eventuell durch eine Einschränkung der Gewerbegebietsnutzung möglich wäre. „Wichtiger Entscheidungsfaktor sowohl für die Entwicklungsziele der Gemeinde als auch das Funktionieren des Gewerbegebiets ist die lokale Nachfrage“, bilanzierte Heider. Doch sei die auf breiter Front vorhanden?, fragte bei der anschließenden Diskussionsrunde ein Sitzungsteilnehmer. Gemeinderätin Anja Völk brachte bei Gewerbegebieten noch die Möglichkeit einer interkommunalen Zusammenarbeit ein. Doch diese war in die Studie nicht einbezogen.

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Ein Platz für alle
Augsburger Allgemeine 18.05.2018

So könnte der neue Begegnungsplatz in Mödishofen am Libellenweg aussehen. Landschaftsarchitekt Martin Braun lieferte den Entwurf.

So soll die Anlage in Mödishofen aussehen

Breiten Raum nahmen auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ustersbach die Vorschläge zur Gestaltung eines Begegnungsplatzes im Baugebiet Mödishofen-Nordost am Libellenweg ein.

Landschaftsarchitekt Martin Braun präsentierte dem Gremium zwei Varianten. Beide wiesen auf der rund 220 Quadratmeter großen Fläche jeweils ein bodenbefestigtes Areal mit Sitzgelegenheiten sowie eine Spielfläche mit diversen Geräten auf. Lediglich die Anordnungen und Materialen waren verschieden.

Martin Braun schlug unter anderem Sitzblöcke aus Granit oder Holz-Metall vor und Spielgeräte wie Mehrgenerationenschaukel, Hängematte, Slackline oder Wipptiere, eingebettet in viel Grün. Wichtig war ihm, dass der Gemeinschaftsplatz möglichst sicher vor Vandalismus und nicht einseitig in Richtung einer bestimmten Zielgruppe angelegt werde.

Die Kosten dafür schätzte der Fachmann netto auf rund 35000 Euro. Nun soll ein Arbeitskreis, der aus drei Ratsmitgliedern besteht, zusammen mit dem Landschaftsarchitekten eine Endfassung anstreben, damit die Ausschreibung durchgeführt werden kann. (rusi)

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Rücktritt des Bürgermeisters: Neuwahlen im Oktober
Augsburger Allgemeine 17.05.2018

Der Ustersbacher Bürgermeister Max Stumböck tritt zurück.
Bild: Gemeinde Ustersbach

In Ustersbach stimmen die Bürger wohl zur Landtagswahl ab. In der Sitzung erklärt Max Stumböck seine Gründe

„Es hat sich in den letzten Wochen gezeigt, dass ich dem Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Ustersbach nicht mehr in dem Maße gewachsen bin, wie es erwarte.“ Es falle ihm immer schwerer, den gestellten Aufgaben gerecht zu werden. Mit diesen Worten erklärte Maximilian Stumböck bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend offiziell seinen Rücktritt als ehrenamtlicher Bürgermeister.

Stumböck wies darauf hin, dass der Gesetzgeber vorsieht, dass ein Gemeindeoberhaupt seinen Posten auch vorzeitig, also vor Beendigung der Legislaturperiode, niederlegen könne. „Diesen Schritt vollziehe ich nach reiflicher Überlegung zum 31. Dezember 2018“, betonte er.

Gleichzeitig stellte er fest, dass seine dann knapp 17-jährige Amtstätigkeit aus seiner Sicht eine gute Zeit für Ustersbach gewesen sei. Aber auch die kommende Zeit werde für den Ort gut, meinte er. Dafür werde zudem der gegenwärtige bewährte, loyale und kenntnisreiche Gemeinderat sorgen.

Weiter bat Stumböck um Verständnis, dass er sich nicht an der Diskussion um geeignete Bewerber beteiligen werde: „Es gibt Beispiele, in denen die Vorgänger meinten, einen ihn genehmen Nachfolger benennen zu müssen.“ Die Folge seien oft Missstimmungen in der Gemeinde wie auch im Gemeinderat gewesen. Abschließend bedankte er sich für die große Unterstützung, die er seit seinem Amtsantritt im Mai 2002 erfahren habe.

Nach eigenen Worten hatte Maximilian Stumböck seinen vorzeitigen Rücktritt auch unter dem Fakt berücksichtigt, dass die üblicherweise sechsjährige Amtszeit sich in diesem speziellen Fall bis zum April 2026 erstrecke. Also über einen Zeitraum von etwas mehr als sieben Jahren. Es gebe damit keine Abweichungen von den kommunalen Wahlterminen wie beispielsweise in Gessertshausen, verdeutlichte er.

Demzufolge strebte der Gemeinderat als Wahltermin für den neuen Bürgermeister den 14. Oktober an. An diesem Termin finden auch die Land- und Bezirkstagswahlen statt. Dass sich die Wahlen gegenseitig beeinflussen, sei nach Meinung der Gemeindeverwaltung nicht zu befürchten. Die Ratsmitglieder beschlossen daraufhin, beim Landratsamt Augsburg als zuständige Rechtsaufsichtsbehörde die Festsetzung des Wahltermins für die Bürgermeisterwahl am 14. Oktober durchzuführen. Damit sei der Aufwand für die Verwaltung gering, resümierte Stumböck.

Kindergarten Neben dem Rücktritt des Bürgermeisters stand noch eine Reihe anderer Tagesordnungspunkte auf dem Sitzungsprogramm. So beschloss der Gemeinderat einstimmig den Bauantrag für die Container-Aufstellung in der Kindertagesstätte Sankt Fridolin an der Eisbühlstraße. Notwendig wird diese Maßnahme, weil dort bereits im kommenden Herbst ein erhöhter Betreuungsbedarf notwendig sei.

Der Container ist rund sechs Meter breit und 14 Meter lang. Er umfasst neben dem Eingangsbereich einen Gruppen- und Intensivraum sowie Sanitäranlagen. Zur Aufstellung kommt er im eingezäunten Bereich der Betreuungseinrichtung. Die Container-Lösung sei eine saubere Lösung mit einer guten Innenausstattung, bilanzierte Stumböck.

Hundeklo Aufgegriffen wurde auch die bei der Bürgerversammlung im April gestellte Anfrage auf Aufstellung von Hundetoiletten. Wie der Bürgermeister mitteilte, werden je drei Behälter in Ustersbach und Mödishofen errichtet.

Bauanträge Umfangreich erwiesen sich diesmal die Bauanträge. Sie alle befassten sich mit Befreiungen auf Grundstücken am Seerosenweg. Dabei votierte der Gemeinderat nicht immer zur Freude der Eigentümer. So lehnte das Gremium die Befreiung zum Bau eines Sockels und die formlose Bauvoranfrage zur Errichtung einer Einfriedung in einem offenen Vorgarten ab. Bei letzterer Entscheidung verließ der Antragsteller wütend und lautstark die Sitzung.

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Seit 150 Jahren ein Ort der Ruhe und Einkehr
Augsburger Allgemeine 14.05.2018

Ustersbacher Bürger errichteten 1893 die Mariengrotte. Festprediger zum 125-jährigen Bestehen war Diakon Dominik Loy.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Jubiläum Mariengrotte in Ustersbach bewegt die Gläubigen. Der neue Diakon Dominik Loy hält die Festpredigt und spricht über Heimat

Ustersbach Die Mariengrotte liegt eindrucksvoll in einem Eichenhain, nur ein paar Gehminuten von der Kirche Sankt Fridolin entfernt. Für viele Menschen ist sie aber nicht allein ein Ort des Gebets und der stillen Andacht. Sie ist mit ihren Schatten spendenden Bäumen auch ein Sinnbild für Ruhe, geistigen Rückzug und Ausgleich zum Alltag. Umgeben ist sie von Kreuzwegstationen und der Figur des ruhenden Christus. Doch diese sind zu Sanierungszwecken abgebaut. So fand der Festgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen der Grotte heuer ohne die begleitenden denkmalgeschützten Kunstwerke statt.

Festprediger Dominik Loy, der erst eine Woche zuvor vom Augsburger Bischof Konrad Zdarsa zum Diakon geweiht wurde, ging explizit auf die Namensgeberin der Felsenhöhle ein. „Damit wir der Mutter- gottes nah sein können, gibt es diese Grotte“, machte er aufmerksam.

Signal zum Bau der Mariengrotte war 1881 die Wallfahrt von Diakon Pius Kriener und dem damaligen Ustersbacher Bürgermeister Matthäus Mozet zur Grotte in Lourdes. In der südfranzösischen Stadt sah 1858 die heilige Bernadette die Muttergottes. Die Honoratioren kamen von der Pilgerfahrt beeindruckt zurück und ermunterten die Gemeindebewohner zur Erstellung einer Grotte.

Die Idee zu einem solchen Bau war zu jener Zeit nicht neu. In Bayern hatte gegen Ende des vorletzten Jahrhunderts ein regelrechter Boom eingesetzt, Lourdesgrotten in den verschiedensten Formen auf Kirchhöfen, am Feldrand oder im Wald zu errichten. Von dem allgemeinen Trend beeinflusst und den Honoratioren unterstützt, fiel der Planin Ustersbach schnell auf fruchtbaren Boden. Die Gemeinde beteiligte sich an der Verwirklichung des Bauwerks mit der Überlassung eines Bauplatzes gegen eine Bezahlung von 20 Mark. Der Standort, fern von öffentlichen Wegen gelegen, war eine sogenannte Ödung. Sie diente zuvor lediglich als Schafweide. In einer Beschlussfassung der Gemeinde vom 21. August 1892 hieß es: Die Kommune gestatte der örtlichen Kirchenstiftung, vorbehaltlich des Eigentumsrechts für alle Zeiten, auf dem Gemeindegrund eine Lourdesgrotte zu errichten.

Im Oktober 1892 wurde ein Situationsplan erstellt. Pfarrer Pius Kriener fungierte als Bauherr. Am 10. Mai des darauffolgenden Jahres erteilte das königliche Bezirksamt in Zusmarshausen die Genehmigung. Darin wurde festgehalten, dass der Bau „mehr als 437 Meter vom Wald entfernt zu stehen kommt“. „Die Erlangung der Erlaubnis war allerdings mit vielen Schwierigkeiten verbunden“, vermerkte der Geistliche, ohne allerdings näher auf sie einzugehen. Mit der Ausführung wurde ein Maurermeister in Ziemetshausen beauftragt.

Der Startschuss löste bei den Pfarrangehörigen große Freude aus. „Alle wetteiferten miteinander in unentgeltlicher Leistung, in Hand- und Spanndiensten sowie in ansehnlichen Geldopfern“, berichtete Pius Kriener in einem Schreiben. Die größten finanziellen Gaben in Höhe von 1300 und 200 Mark stammten von zwei ortsansässigen Frauen. Großes Engagement beim Grottenbau habe vor allem Kirchenpfleger Caspar Schmid an den Tag gelegt, so der Pfarrer weiter. Eingeweiht wurde das Bauwerk schließlich an Mariä Himmelfahrt 1893 von Pius Kriener. Dazu kamen, so die Chronik, „mehrere Tausend Gläubige“.

Bei Weitem nicht so viele Besucher beehrten den jetzigen Festgottesdienst, instrumental unterstützt von einer Bläsergruppe. Dennoch war der Platz vor der Grotte sehr gut gefüllt. Diakon Dominik Loy warf in seiner Predigt die Frage auf, was Heimat sei. „Heimat sind neben Orten und Landschaften vor allem die Menschen, Familien und Eltern“, betonte er. „Um der Heimat, die die Muttergottes uns schenkt, einen Ort zu geben, hat man diese Grotte gebaut – unter dem Eindruck der Marienerscheinungen in Lourdes.“ Die Eucharistiefeier zelebrierte der ehemalige Ortsgeistliche und jetzige Domkapitular Michael Kreuzer.

Zurück zur Geschichte. 1907 wurden die Kreuzwegstationen aus dem Jahr 1888 vom Kirchberg Sankt Fridolin zur Grotte umgesiedelt. 1910 erfolgten die erste Renovierung und der Bau des Felsengewölbes, 1993 zur Hundertjahrfeier eine weitere Sanierung der Mariengrotte.

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Bürgerversammlung wird zum Bürgerfest
Augsburger Allgemeine 24.04.2018

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Der Verkauf von Bauplätzen senkt die Schulden, andere Investitionen lassen sie steigen

Bei Bürgerversammlungen erfahren die Bewohner der Gemeinde in der Regel Neuigkeiten aus der Kommunalpolitik. Nicht so in Ustersbach. Hier gibt es ein attraktives Rahmen- und ein Kinderbetreuungsprogramm. Und so wurde die Versammlung mit mehr als 100 Besuchern zu einem Bürgerfest, zu einem „Schlüssel für ein gutes Miteinander der Dorfgemeinschaft“, sagte Bürgermeister Max Stumböck.

Thema war unter anderem die wichtige Verbindung von Schule und Bauplätzen. „Die Gemeinde bemüht sich, trotz demografischen Wandels die Grundschule in ihrem Bestand zu sichern“, sagte Stumböck. Ausschlaggebend dazu seien Baugebiete, die die Gemeinde in Mödishofen erschlossen habe und sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch Auswärtigen anbiete. Mittlerweile seien sie zu 80 Prozent bebaut. Zuletzt sei ein weiteres Gebiet mit 19 Bauplätzen westlich der Bahnhofstraße in Mödishofen ausgewiesen worden. „Gerne würden wir auch in Ustersbach Bauland präsentieren, doch dort haben wir keine geeigneten Flächen“, bedauerte er.

Aktiv zeigt sich die Gemeinde auch bei der Kindertagesstätte St.Fridolin. „Da die Kinderzahlen ansteigen und der Betreuungsbedarf zunimmt, planen wir einen An- oder Neubau.“ Bis zur Fertigstellung werde vorübergehend ein gut ausgestatteter Container aufgestellt.

Im kommenden Sommer werde dagegen die Restaurierung der 14 denkmalgeschützten Kreuzwegstationen an der Mariengrotte abgeschlossen. Hierzu appellierte Stumböck an die Spendenbereitschaft der Bürger. Erfreuliches berichtete er zum Thema Abwasser. Durch die Einführung der gesetzlich verlangten gesplitteten Gebühr, also der getrennten Abrechnung von Abwasser und Niederschlagswasser sowie die Einbeziehung eines Großbetriebs, sinke die Gebühr von 2,30 auf 1,34 Euro pro Kubikmeter Abwasser. Hinzu komme die Niederschlagswassergebühr von 29 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche.

Gestiegen sei seit Januar jedoch erneut der Wasserpreis. „Die Erhöhung um 14 Prozent ist nicht wenig, wird sich aber wohl in ähnlichen Größenordnungen wiederholen.“ Als Gründe nannte Stumböck dringend notwendige Gemeindeinvestitionen in die Wasserversorgung.

Breiten Raum nahm die Verschuldung der Gemeinde ein. „Sie betrug Ende 2017 noch 340000 Euro und ist durch Steuereinnahmen und Erlöse aus Bauplatzverkäufen stark gesunken“, sagte Stumböck. Damit liege Ustersbach bei der Pro-Kopf-Verschuldung mit 280 Euro rund 400 Euro unter dem bayerischen Schnitt der Kommunen vergleichbarer Größe.

Hinzu komme allerdings die Verschuldung des Schulverbands Ustersbach-Dinkelscherben zum Jahresende mit 233000 Euro. Damit erhöhe sich die Gesamtverschuldung jedes Ustersbachers auf 470 Euro. Stumböck wertete die finanzielle Situation insgesamt als gut.

Weniger erfreut zeigte sich der Bürgermeister über die Hinterlassenschaften von Hunden. Immer wieder würden Beschwerden an ihn herangetragen. Er forderte die Hundebesitzer auf, den Kot mit Schaufeln oder Tüten zu beseitigen. Ins gleiche Horn stieß bei der Fragerunde ein Mitglied der Feuerwehr. Er machte auf die Problematik der freilaufenden Vierbeiner aufmerksam. Ein Verstoß gegen die Leinenpflicht sei eine Ordnungswidrigkeit.

Neben der Begrüßung der Neu- und Jungbürger zeigte das Rahmenprogramm vor allem die Leistungen und das Können der jungen Talente des Musikforums. Ein Streicherensemble servierte Sheila M. Nelsons Titel „Ostrich Waltz“ und „Divertimento“, der Projektchor ließ musikalisch den Frühling aufleben und servierte mit eigenwilligem Text eine Hommage an die Gemeinde. Die Trommelgruppe wartete mit dem temperamentvollen Gruß „Sani Bonani“ auf. Zuletzt richtete sich das Augenmerk des Publikums auf die Akrobatik der Mädchen der TSV-Vertikaltuchgruppe.

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In Ustersbach wuchert’s wild an vielen Stellen ( AZ v. 13.02.2018)

Der Gartenbauverein Ustersbach kritisiert Wildwuchs, fordert dringend Abhilfe und hat auch Lösungsvorschläge. Von Siegfried P. Rupprecht

Die Vorsitzende des örtlichen Gartenbauvereins kritisierte den unkontrollierten Wildwuchs von Büschen und Gestrüpp sowie den starken Moosbefall des Weges auf dem Gelände der Ustersbacher Grundschule.

Pflege und Ordnung lassen im Außenbereich des Gebäudes der Grundschule mehr als zu wünschen übrig. Diesen Vorwurf erhob Sabine Spennesberger bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dabei machte sie ihren Ärger „sowohl als Bürgerin als auch als Vorsitzende des Gartenbauvereins Ustersbach/Mödishofen“ Luft. Ihr Vorwurf zielte auf den dort mittlerweile entstandenen Wildwuchs. Im Visier hatte sie eine große Anzahl von Büschen und Gestrüpp. Dieses Grün habe sich im Lauf der Jahre unkontrolliert entfalten können, monierte sie. „Es wuchert wild an vielen Stellen.“

Aber auch eine Reihe von Bäumen missfielen ihr. „Stellenweise erreichen die Zweige bereits die Gebäudewand“, verdeutlichte sie und belegte dies mit einer Fotoserie. Weiter liege im hinteren Pausenhof hohes Laub herum, das nicht eingesammelt und weggebracht worden sei. „Die Blätter stammen nicht erst aus dem letzten Herbst“, stellte sie fachmännisch fest. Auch habe dort das Moos den Weg teilweise schon überwachsen. „Alles verwildert und verkommt, was vor Jahren für viel Geld angelegt wurde. Zudem nehmen durch das Laub die Schädlinge und der Pilzbefall zu.“

Spennesbergers Fazit war deutlich: „Der Außenbereich des Schulgebäudes befindet sich in einem pflegerisch sehr unprofessionellen Zustand.“ Gleichzeitig machte sie aufmerksam, dass dieser Wildwuchs bereits Folgen zeigt. „Einzelne Bereiche wie der hintere Pausenhof und die Ostseite der Schule werden von den Kindern nicht mehr genutzt.“ Die fehlende Pflege und Ordnung auf dem Schulgelände sei nicht nur ihre persönliche Meinung, betonte sie.

Der gesamte Vorstand des Gartenbauvereins stehe hinter dieser Feststellung. Ihr und dem Verein, der übrigens die Beete mit den Pflanzen vor der Schule betreut, gehe es ausschließlich um das Wohl der Schulkinder und Gemeinde, aber auch darum, Schäden im Außenbereich und gegebenenfalls am Gebäude abzuwenden.

Spennesberger übte nicht nur Kritik, sie zeigte auch auf, wie das unkontrollierte Grün in den Griff zu bekommen sei. „Wir brauchen einen fachlich kompetenten Bürger, beispielsweise einen rüstigen und von der Gemeinde entgeltlich anzustellenden Senior.“ Dieser solle jeweils im Frühjahr und Herbst den Pflegeplan der Gemeindearbeiter überwachen oder unterstützen. Darüber hinaus forderte der Verein die Bürger auf, sich an Säuberungsaktionen– derzeit an der Schule mit Entfernung des Laubes aus den Sträuchern – zu beteiligen.

Im Frühjahr will die Gemeinde handeln

Bürgermeister Max Stumböck brachte für das Anliegen Verständnis auf. „Die kritisierten Pflegerückstände rund um das Schulgelände sind für mich teilweise nachvollziehbar“, erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Grünanlage präsentiere sich jahreszeitlich bedingt in einem wenig attraktiven Zustand. Dies werde sich im kommenden Frühjahr ändern. Dann würden Pflegemaßnahmen turnusgemäß durchgeführt, versprach er. Allerdings seien diese bedingt durch die Vielfalt der vom Bauhof zu leistenden Aufgaben nicht so intensiv, wie es wünschenswert wäre.

Die Idee, dass eine Person den Pflegeplan überwachen solle, griff Stumböck allerdings nicht auf. „Der Bauhof überwache sich in eigener Zuständigkeit oder der Bürgermeister nehme dies vor, stellte er klar.

Zugleich begrüßte er, wenn sich der Gartenbauverein an der Pflege des Schulgrundstücks beteiligen würde oder Bürger dafür gewinnen könne. „Wir freuen uns über ehrenamtliches Engagement, wie es in Ustersbacher Vereinen und Institutionen gelebt wird“, sagte er. Grundsätzlich hätten sich die Anliegen des Gartenbauvereins auch bei einem Gespräch vor Ort zusammen mit dem Bauhof klären lassen, äußerte Stumböck abschießend. Allerdings sei ein solches Anliegen nie an ihn herangetreten worden.

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Verein macht der Jugend Appetit auf Engagement (AZ 3.02.2018)

Ustersbachs Jugendbeauftragte stellen jungen Leuten unter anderem Vereine vor Von Siegfried P. Rupprecht

Erfolgreiche Jugendarbeit vor Ort lebt auch davon, dass der Zielgruppe vielschichtige Angebote präsentiert werden. Über diese berichteten bei der Jugendversammlung im Forum Ustersbach die Jugendbeauftragten der Gemeinde Ustersbach, Andrea Braun und Angelika Ortner.

In ihrem Jahresrückblick verwiesen die Jugendbeauftragten unter anderem auf den Besuch des Escape-Rooms im Augsburger Stadtteil Lechhausen, die U18-Bundestagswahl, den Sara-Wohnwagen des Kreisjugendrings (KJR) für kurze Statements der Jugendlichen, die Informationen zum Jugendkulturpreis des Landkreises zum Thema „soziale Medien“ und zum „Wettbewerb für Helden“ unter dem Slogan „Zivilcourage“. Hier seien Kreativität und Fantasie keine Grenzen gesetzt, urteilte Ortner. Kein Interesse erntete dagegen die Einladung zum Barkeeper-Workshop des Landratsamts, umso mehr jedoch die angebotenen Kinonächte.

Breiten Raum umfasste bei der Versammlung die Vorstellung der örtlichen Vereine, deren Arbeit und Jugendangebote. Andrea Braun und Angelika Ortner nannten beispielsweise den Krieger- und Soldatenverein. Er sei für Jugendliche interessant, da er Workcamps und eine spezielle Form der Jugendbegegnung vermitteln könne. Damit verbinde sich die Pflege von Kriegsgräber- und Gedenkstätten mit der Auseinandersetzung des gewählten Erinnerungsorts. Eine interessante Sache für junge Menschen, die Geschichte interessiert, meinte Ortner.

Ein offenes Ohr für die Jugend habe auch das Musikforum, teilte sie weiter mit. Dort gebe es verschiedene Möglichkeiten des Musikunterrichts, so einen Trommelkurs und offenes Singen. Längst keine reine Männerdomäne mehr sei die freiwillige Feuerwehr. Aber auch die Naturoase sowie der Schützen- und Gartenbauverein hätten für junge Menschen etwas zu bieten, betonten die Jugendbeauftragten. „Informiert euch und schnuppert in die Angebote einfach mal rein“, forderte Andrea Braun die Versammlungsteilnehmer auf.

In ihrer Vorschau verwiesen die Jugendbeauftragten auf die kommende, voraussichtlich im Oktober stattfindende U18-Landtagswahl. Sie baten, sich bereits jetzt Gedanken über den Ablauf und das Begleitprogramm zu machen. In diesem Zusammenhang führten sie auch die monatlichen Gemeinderatssitzungen an. „Da könnt ihr Themen oder Anliegen, die euch auf den Nägeln brennen, vorbringen“, erklärte Andrea Braun.

Für alle, die sich in der Jugendarbeit engagieren, biete der KJR eine Ausbildung zum Jugendleiter an. Ein solcher Nachweis wecke bei der Berufsbewerbung Eindruck, waren sich Braun und Ortner sicher.

Die Jugendbeauftragten verdeutlichten, dass sie auf Ideen und Wünsche der Jugendlichen angewiesen seien, um die Jugendarbeit in Ustersbach noch zielgerichteter anpacken zu können. Zwei Wünsche wurden geäußert: ein Waveboard-Kurs im Rahmen des Ferienprogramms sowie die Anregung, einen Tag bei der Feuerwehr zu erleben. Die Jugendbeauftragten versprachen, sich darum zu kümmern.

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Damit der Kreuzweg wieder neu erstrahlt (AZ v. 15.12.2017)

Sakrale Denkmäler sollen renoviert werden. Dazu werden sie zunächst abgebaut. Außerdem wird Wasser teurer Von Siegfried P. Rupprecht

Das Einvernehmen erteilte der Gemeinderat auch zur Erweiterung einer bestehenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Lagerhalle im Bereich der Bahnhofstraße in Mödishofen, direkt südlich der Bahnstrecke. Das Vorhaben erfolgt in optischer Form gleich dem schon vorhandenen Gebäude. Demnach füge sich die Bebauung in die Bestandslage e

Seit 1893 gibt es in einem Hain nahe der Lourdesgrotte einen 14 Stationen umfassenden Kreuzweg. Zum 125. Jubiläum 2018 soll er in neuem Glanz erstrahlen. Dieses Projekt stand unter anderem auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats.

Das unter Federführung eines Architekturbüros entwickelte Konzept sieht den kompletten Abbau aller Stationen und die Sanierung und Wiederherstellung in einer Restaurierungswerkstatt vor. Anschließend werden die Denkmäler auf neuen Sockeln wieder am bisherigen Platz aufgestellt. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen sollen der „Ruhende Christus“ sowie die einzelnen Kreuzwegstationen am Pfarrhof wieder auf Vordermann gebracht werden.

Nicht einbezogen in die Restaurierung seien die Grotte und die Kreuzkapelle, erklärte Bürgermeister Max Stumböck nach der Sitzung. Beide befänden sich in einem guten Zustand.

Darüber hinaus sollen im kommenden Jahr bei den Kreuzwegstationen umfassende, mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises abgesprochene Grünpflegemaßnahmen durchgeführt werden. Sinn dieser Aktion sei, dem die Stationen umgebenden Wald wieder den Charakter eines Haines zu geben, so das Gemeindeoberhaupt.

Der gesamte finanzielle Aufwand werde mit rund 70000 Euro zu Buche schlagen, ergänzte Stumböck. An öffentlichen Zuschüssen sei mit maximal 20 Prozent zu rechnen. Die Mitglieder des Gemeinderats waren von der Notwendigkeit dieses Projekts überzeugt. Unisono stimmten sie den Maßnahmen zu.

Ebenso ohne Gegenstimme erfolgte die Gebührenvorauskalkulation für 2018 im Bereich Wasser. Der Gebührensatz werde durch einen Voranschlag erstellt, indem die innerhalb des Bemessungszeitraums entstehenden Kosten der öffentlichen Einrichtung ermittelt und durch die Summe der maßgeblichen Leistungseinheiten dividiert wird, erläuterte der Bürgermeister. Die Kosten würden dabei nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen erstellt. Die Verwendung von allgemeinen Haushaltsmitteln sei nicht zulässig.

Bisher belief sich der Wasserpreis der Gemeinde inklusive Mehrwertsteuer auf 1,43 Euro pro Kubikmeter. Nun erhöht er sich auf 1,64 Euro. Die Grundgebühr für den typischen Haushaltszähler bleibt mit 19,26 Euro jährlich unverändert. Maximilian Stumböck rechnete vor: „Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt 175 Kubikmeter pro Jahr.“ Damit ergebe sich eine Mehrbelastung für diese Familie in Höhe von jährlich 37 Euro.

Mit Wasser hatte auch ein anderes Thema zu tun, denn der Gemeinderat entschied zudem, im ersten Quartal 2018 die Beitrags- und Gebührensatzung für die öffentliche Entwässerungseinrichtung neu zu beschließen. Mit der neuen Satzung sollen dann getrennte Gebührensätze für die Schmutz- und Niederschlagswassergebühren rückwirkend zum 1. Januar festgesetzt werden. Bürgermeister Stumböck nannte den Grund für diesen Bevorratungsbeschluss: „Der rechtzeitige Abschluss der Flächenermittlung und der Gebührenkalkulation sowie die noch vorzunehmende Endbearbeitung der neuen Satzung sind im laufenden Jahr nicht mehr möglich.“

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Applaus von Weltmeister Philipp Lahm (AZ v. 22.11.2017)

Ex-Starkicker würdigt das Engagement des Ustersbacher Platzwarts

 

Markus Kohler kann sich nicht daran erinnern, wann er zum letzten Mal so viel Mineralwasser getrunken hat. Und eigentlich sei das auch gar nicht seine Welt, die er am vergangenen Samstag erlebt hat, bekannte der 38-Jährige. Doch am vergangenen Samstag stand er mit 23 weiteren Siegern aus allen bayerischen Fußballkreisen im Mittelpunkt. Die Bühne war im Münchner GOP Varieté-Theater auch für Kohler bereitet, obwohl er doch viel lieber die beiden Spiel- und Trainingsfelder des TSV Ustersbach mäht. Seinem Engagement ist es auch zu verdanken, dass sein Heimatverein bei der Installierung einer Platzberegnungsanlage viel Geld gespart hat (wir berichteten).

Jetzt also die Belohnung vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) für diese Anstrengungen, der seit über 20 Jahren die Ehrenamtlichen in den rund 4400 Fußballvereinen im Freistaat ehrt. Bereits zu Beginn der mehrstündigen Veranstaltung geht Kohlers Puls hoch. Im Foyer werden letzte Anweisungen gegeben, wie in einigen Augenblicken alle 24 Ehrenamtspreisträger 2017 einlaufen müssen, damit das alles nach was aussieht: Zwei Frauen setzen sich in die untere Reihe in die Mitte. Der große Rest der Ausgezeichneten sind Männer und sitzen oder stehen drumherum. Das geladene Publikum klatscht kräftig, als „die Besten der Besten im Ehrenamt“ (BFV-Präsident Rainer Koch) auflaufen.

Abgang der Gewürdigten. Aber noch nicht das Ende der aufregenden Momente für Markus Kohler. Denn da oben auf der Bühne wartet später einer auf ihn, den man nicht jeden Tag trifft: Philipp Lahm, Spielführer der Weltmeister-Mannschaft von 2014 und langjähriger Kapitän des FC Bayern München, ist in diesem Jahr der prominente Gast des BFV. Ein Volltreffer, wie sich herausstellen sollte: An Lahm ist nichts Aufgesetzes, Überhebliches. Er begrüßt die Ehrenamtspreisträger mit ausgesuchter Freundlichkeit, schüttelt Hände, stellt sich zu Fotos, überreicht Urkunden, legt seinen Arm auf den Rücken des anderen – wie bei einer Fußballmannschaft, die sich nach einem gewonnenen Spiel zum Gruppenfoto aufstellt.

Und Kohler erfährt, wie die mitgereiste Unterstützung des TSV Ustersbach (Vorsitzender Albert Völk, Vereinseheramtsbeauftragter Leonhard Wiedemann) viel aus dem Privatleben des nicht mehr aktiven Fußballstars, der mit Interviews an sich sehr zurückhaltend ist. Am Samstag hat er eine Ausnahme gemacht, hat von seiner Heimatverbundenheit, von bewegenden Momenten in seinem Fußballerleben und von seinen Anfängen im FT Gern erzählt – einem Klub, bei dem Opa, Vater und Onkel gekickt haben und bei dem Mutter Daniela bis heute die Jugendleiterin ist.

Die Ustersbacher waren sich einig: Es war ein besonderer Tag für die dreiköpfige Delegation aus dem Landkreis Augsburg. Das Bild mit Philipp Lahm wird einen Ehrenplatz bekommen. Mit seinen Kumpels hat Markus Kohler nach all den Reden, Danksagungen und Fotos noch kräftig gefeiert.

Etwa ein Dutzend Ustersbacher sind in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. Zusammen haben sie sich die überzeugende Vorstellung im Freistaat-Derby des FC Bayern München gegen den FC Augsburg angeschaut – irgendwo in einer Sportsbar am Münchner Marienplatz und ohne Philipp Lahm. (AZ)

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Schüler sollen schneller zum Gymnasium

Der Gemeinderat will eine bessere Einbindung der Gemeinde ins AVV-System. Warum diese notwendig ist, zeigt das Beispiel des Schulwegs nach Diedorf. Von Siegfried P. Rupprecht ( AZ 26.10.2017)

Rund ums Gymnasium und den Bahnhof Diedorf kommen auch die Schulbusse an. Schüler aus Ustersbach müssen entweder extrem früh losfahren oder wenige Kilometer lange sitzen bleiben. Das müsse aber nicht so sein, meinen die Ustersbacher Gemeinderäte.

Die Busverbindung von Ustersbach zum Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf soll optimiert werden. Auf diesen Konsens einigten sich die Mitglieder des Gemeinderats bei ihrer jüngsten Sitzung. Ein Ausbau der jetzigen Busverbindung sei nicht nur für die Schüler vor Ort, sondern auch für Berufspendler und andere Privatpersonen dringend erforderlich, meinte Dritte Bürgermeisterin Anja Völk, die diese Sitzung in Vertretung von Bürgermeister Max Stumböck leitete.

Aufhänger für die Forderung sei vor allem die Situation der Schülerbeförderung zum Gymnasium in Diedorf, teilte Völk mit. „Obwohl Ustersbachu nd Diedorf an der B300 liegen und vom Linienbus 600 bedient werden, ist es nicht möglich, die Ustersbacher Kinder zeitnah zur Schule zu bringen.“ Grund dafür sei, dass der Linienbus morgens zu den Hauptverkehrszeiten rund 80 Minuten, nämlich von 6.52 bis 8.12 Uhr, gar nicht fährt. „Das heißt, dass die Schüler mit dem Bus bereits um 7.15 Uhr in Diedorf ankommen, der Unterricht aber erst um 8 Uhr beginne“, monierte Völk. Neu ist die Forderung nach einer besseren Busanbindung nicht. Seit Schüler aus Ustersbach in Diedorf zur Schule gehen, kämpfen die Eltern für eine bessere Busverbindung. Zunächst erfolgte eine Verbindung über Fischach. Als dieser Bus fahrgastmäßig zu voll wurde, wurde auf Initiative der Eltern die Linie 834 zusätzlich eingesetzt. „Im Laufe der Zeit musste diese jedoch immer mehr Haltestellen bedienen“, machte Völk aufmerksam. „Die Abfahrt wurde so auf 7.05 Uhr gelegt.“ Da die Fahrt „quer durch den Landkreis“ verlaufe, komme der Bus in Diedorf erst um 7.50 Uhr an.

Ein weiteres Problem lösen nun die Ustersbacher Gymnasiasten der elften Klasse aus. Ihr Unterrichtsbeginn und -schluss weisen unterschiedliche Zeiten auf. „Hinzu kommt, dass die Linie 834 vom Unternehmen BBS, die Linie 600 zwar auch von BBS, aber im Auftrag des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) bedient wird“, erklärte Völk. Demzufolge bestehe dann der AVV auf ein AVV-Ticket. „Die Elftklässler haben damit die Wahl, entweder BBS oder AVV zu nehmen, jeweils also mit Nachteilen.“

Aber auch darüber hinaus kritisierte die Dritte Bürgermeisterin Fahrpläne der Buslinie 600: „Sie fährt eigentlich im stündlichen Rhythmus. Aber immer wieder fallen dazwischen Fahrten aus, sodass sie zum Teil von Krumbach nur bis Thannhausen oder Ziemetshausen fahren und da enden.“ Weiter fahre am Abend der letzte Bus aus Ustersbach um 18.19 Uhr, der letzte Bus in den Ort um 19.10 Uhr vom Bahnhof aus, Ankunft 19.43 Uhr. Dies sei mehr als unbefriedigend. Sinnvoll wäre daher nach ihrer Meinung eine „richtige Einbindung“ ins AVV-System, eventuell mit einem Zubringerbus bis zum Bahnhof Gessertshausen.

Die Gemeinderäte hatten dafür ein offenes Ohr. Sie befürworteten, dass der Takt der Linie 600 erweitert werden solle. Sie beschlossen einstimmig, in diesem Zusammenhang das Gespräch mit dem AVV zu suchen.

Bauantrag Das Hotel Reischenau beantragte die Errichtung eines Wintergartens und eine Eingangsüberdachung sowie die Durchführung von Maßnahmen zur brandschutztechnischen Ertüchtigung, unter anderem die Erfassung eines weiteren Fluchtweges. Der Gemeinderat erteilte dazu seine Zustimmung.

Parkbänke Die Parkbänke an der Einfahrt nach Baschenegg sind stark verwittert. Zudem fehlt ihnen ein richtiger Unterbau. Geplant sind die Aufstellung von zwei neuen Sitzgelegenheiten oder eine Halbkreisbank und die Einfassung mit einer eventuellen Betonplatte. Da hier noch einige Punkte zu klären sind, wurde eine Entscheidung darüber vertagt.

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Telekom kündigt umfangreichen Netzausbau an

Ustersbach entstehen keine Kosten. Warum drei Bereiche unterversorgt bleiben

Beim geplanten Breitbandausbau in Ustersbach tut sich etwas. Im März 2015 hatte die Telekom noch erklärt, dass keine konkreten Ausbauplanungen vorliegen. Das hat sich nun geändert. Das Unternehmen hat im Rahmen einer zweiten Markterkundung einen umfangreichen eigenwirtschaftlichen Netzausbau angekündigt. Das heißt: Für die Gemeinde fallen beim Breitbandausbau keine Kosten an. Um das schnelle Internet zu verwirklichen, will die Telekom die bereits erstellten Outdoor-DSLAM von bislang maximal 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) überbauen beziehungsweise umrüsten. Diese Aufrüstung realisiert Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s beim Download und 40 Mbit/s beim Upload. „Diese Leistungen lassen sich im weitaus größten Teil der Gemeinde erzielen“, resümierte Bürgermeister Maximilian Stumböck bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Aufrüstung betreffe in Ustersbach vier Kabelverzweiger, so das Ergebnis der Markterkundung. Darin wird aber auch darauf hingewiesen, dass mit der Entfernung der Haushalte zu diesen Verzweigern die Bandbreiten abnehmen. Grund dafür ist die Dämpfung in der Kupferanschlussleitung.

Nur drei Bereiche in der Gemeinde bleiben unterversorgt, also unter 30 Mbit/s: das Haus Osterkühbach6, die Schießanlage Gohlen und der Hochbehälter Wasserwerk. Dort seien höhere Bandbreiten nur über eine direkte Glasfaseranbindung zu erreichen, teilte Stumböck mit.

Dafür würden grob geschätzt Ausbaukosten von insgesamt knapp 253000 Euro notwendig. Dabei entfallen auf das Wasserwerk Investitionen von rund 67000, bei Osterkühbach 6 von 79500 und bei der Schießanlage von 106500 Euro. Nach Abzug eines 70-prozentigen Förderbetrags durch den Freistaat Bayern müsste die Gemeinde für den Ausbau der drei Bereiche einen Anteil von rund 76000 Euro schultern.

Da für die Schießanlage und den Hochbehälter Wasserwerk nach Meinung des Gemeinderats kein Ausbaubedarf bestehe, blieb somit nur das Anwesen Osterkühbach 6. Allerdings seien hier nach Angaben der Telekom über eine Hybridlösung – Kupferkabel und Funk – schon jetzt Leistungen von bis zu 50 MBit/s möglich, informierte Stumböck. Eine leitungsgebundene Verbesserung lasse sich auch dort nur über Glasfaserkabel sicherstellen.

Nach Abzug der staatlichen Förderung würden der Gemeinde rund 24000 Euro an Investitionen verbleiben. Davon nahm das Gremium Abstand und verzichtete beim Anwesen Osterkühbach 6 auf einen Glasfaserausbau.

Der von der Telekom durchgeführte Breitbandausbau sei bis circa Ende 2020 geplant, so Bürgermeister Stumböck. (rusi)

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Eine Bundestagswahl aus Sicht der Kinder

385 junge Menschen nehmen an der U18-Abstimmung teil. Was das Ergebnis für Politiker bedeutet Von Siegfried P. Rupprecht (AZ 18.09.2017)

 

Nicht nur Jugendliche, auch Kinder bekundeten im Wahllokal der Grundschule in Ustersbach ihr Interesse an der U18-Wahl. Stolz steckte die achtjährige Leni Braun, aufmerksam beobachtet von Klassenkameraden, ihren Stimmzettel in die Wahlurne.Foto: Siegfried P. Rupprecht

Dass schon Kinder und Jugendliche erleben können, wie Politik funktioniert, das sieht die Rektorin der Grundschule in Ustersbach als einen der großen Vorteile der U18-Wahl an. Sie fand am vergangenen Freitag in der dortigen Grundschule statt. Ein nicht zu unterschätzender Faktor sei hier, dass die jungen Leute nicht wählen müssen, sondern dürfen, resümierte sie. 385 junge Menschen haben dieses Angebot angenommen und sind damit Teil einer bundesweiten Aktion des Bundesjugendrings, die immer neun Tage vor der „großen”Bundestagswahl stattfindet.

Rückenwind kann der Direktkandidat der CSU im Augsburger Land, Hansjörg Durz, verbuchen. 40,77 Prozent der Erststimmen erhielt er, genau wie sein Parteikollege Georg Nüßlein aus dem Wahlkreis Günzburg. „Die U18-Wahl leistet einen ganz wichtigen Beitrag, um junge Menschen über Politik, das politische System und die Parteien aufzuklären und durch die unterschiedlichen Aktionen rund um die Wahl auf drängende Probleme und Fragestellungen der Kinder- und Jugendpolitik aufmerksam zu machen“, meinte CSU-Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz auf Nachfrage unserer Zeitung denn auch. Schließlich beteilige die Wahl an demokratischen Prozessen.

Ähnlich äußerte sich Cengiz Tuncer, der Bundestagskandidat der Linken. Die U18-Wahl sei für seine Partei ein wichtiger Bestandteil der Demokratie. „Sie macht deutlich, welche Auffassung junge Menschen, denen die Zukunft gehört, vertreten.“ Er forderte auf, diese Meinungen in politischen Entscheidungen einfließen zu lassen. Gleichzeitig plädierte er generell für ein Wahlrecht ab 16 Jahren. In die gleiche Kerbe schlugen die Bundestagskandidaten Maximilian Funke-Kaiser (FDP) und Herbert Woerlein (SPD). Beide befürworteten eine Absenkung des Wahlalters auf 16. Die U18-Wahl sei eine super Sache, meinte darüber hinaus Funke-Kaiser, zumal die Jugendlichen zu vielen politischen Themen eine eigene Meinung haben. „Daher ist es absolut legitim, dass sie sich in einer eigenen Wahl für ihre Repräsentanten entscheiden und der einen oder anderen Partei einen Denkzettel verpassen.“ Demokratie müsse gelebt, aber auch gelernt werden und das so früh wie möglich, bekräftigte zudem Woerlein. „Die U18-Wahl ist für mich deshalb so wichtig, weil die Jugend von den Entscheidungen, die wir heute treffen, in einigen Jahren mittelbar betroffen sein wird.“

Zurück zur Wahl: Die Jugendbeauftragen der Gemeinde Ustersbach Angelika Ortner und Gabriele Wolff, erklärten den Wahlbeteiligten das Prozedere, damit die Stimmzettel gültig waren. „Die jungen Wähler haben sich viele Gedanken gemacht und Fragen gestellt“, so Ortner. Im Laufe des Tages wurden die Wahlurnen aus den Realschulen Thannhausen und Zusmarshausen gebracht. Dort konnten sich die Schüler ebenfalls an der Wahl beteiligen. In Ustersbach konnten die Jugendlichen bereits im vergangenen Monat die Direktkandidaten bei einer Podiumsdiskussion erleben.

Die Auszählung sei sehr spannend gewesen, meinte Angelika Ortner. Alle hätten aufgeregt auf das Endergebnis gewartet. Klar habe sich dabei abgezeichnet, dass vor allem bei den Grundschülern der Fokus auf der Zweitstimme lag.

Ein weiterer Trend war ebenfalls sichtbar: Mädchen gingen häufiger zur Wahl. Das Hauptkontingent machten übrigens die Elf- bis 16-Jährigen aus.

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Matthias Spennesberger ist der Neue im Rat (12.08.2017)

Angelika Ortner tritt aus privaten Gründen zurück, bleibt aber Jugendbeauftragte Von Siegfried P. Rupprecht

Angelika Ortner (Zweite von links) schied aus dem Gemeinderat aus. Gemeindeoberhaupt Maximilian Stumböck und Dritte Bürgermeisterin Anja Völk begrüßten Matthias Spennesberger (rechts) als neues Gremiumsmitglied.

Foto: Siegfried P. Rupprecht

Der Gemeinderat Ustersbach hat ein neues Mitglied. Matthias Spennesberger rückt für Angelika Ortner nach. Er gehört nun für die restliche Amtszeit bis zur nächsten Gemeinderatswahl dem Gremium an.

Angelika Ortner hatte die Amtsniederlegung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit aus beruflichen und privaten Gründen beantragt. „Ich habe beruflich eine Tätigkeit übernommen, die von mir mehr Zeit als bisher erfordert“, sagte sie gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Diese Neuorientierung wirke auch auf ihr Privatleben als Mutter mit Kind aus. Dadurch sei ihr die bisherige gewissenhafte und zeitintensive Arbeit für den Gemeinderat künftig nicht mehr möglich.

Ortner wurde in der jüngsten Sitzung des Gremiums ohne Gegenstimme von ihren Pflichten als Bürgervertreterin entbunden. Bürgermeister Maximilian Stumböck bedauerte die Mandatsniederlegung und dankte ihr für das dreijährige Engagement um die Belange der Gemeinde. Sie habe sich in die Kommune in vielfältiger Weise stets konstruktiv, aber auch mit eigenen Ideen, eingebracht, betonte er. „Als Gemeinderätin engagierte sie sich vor allem als Mitglied des Kita-Ausschusses und als Jugendbeauftragte. So gehen unter anderem die jährliche Jugendversammlung und auch die U18-Wahl maßgeblich auf Angelika Ortner zurück.“ Die Gemeinde verliere mit ihr eine engagierte Rätin, so der Rathauschef. Eine launige und zugleich sehr persönliche Rede hielt Dritte Bürgermeisterin Anja Völk. Als Vertreterin der „Frauenfaktion“ im Gemeinderat falle ihr der Abschied von Angelika Ortner nicht leicht, meinte sie. Als Jugendbeauftragte wird Angelika Ortner allerdings weiter tätig sein und auch mit Andrea Braun die bevorstehende U18-Wahl vor Ort organisieren. Dieses Amt sei nicht an das Gemeinderatsmandat gebunden, machte sie aufmerksam. Ihren Platz nimmt künftig Matthias Spennesberger ein. Mit 165 Stimmen bei der letzten Kommunalwahl war er der nächste Listennachfolger für den Gemeinderat, der die Voraussetzungen für die jetzige Wählbarkeit erfüllte. Die eigentlichen Listennachfolger Johannes Landherr mit 204 und Matthias Jungbauer mit 201 Stimmen kamen nicht mehr zum Zug. Beide zogen 2015 aus Ustersbach weg und konnten daher nicht nachrücken.

Spannesberger wurde einstimmig zum neuen Gremiumsmitglied bestellt. Der 61-Jährige ist als Krankenpfleger tätig. Er freue sich auf seine neue Aufgabe als Gemeinderat und die damit verbundenen Herausforderungen, betonte er. In seiner Sitzungspremiere wurde der Listennachfolger auch als Vertreter von Gemeinderätin Anja Völk in den Schulverband Ustersbach/Dinkelscherben bestellt. Sein Nachrücken hatte zudem die Neubesetzung des Finanzausschusses zur Folge. Dort haben nun Jürgen Kast und Matthias Spennesberger einen Sitz. Vertreten werden sie von Andrea Braun und Bernhard Schmid.

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Jugend fühlt Politikern auf den Zahn (AZ 10.08.2017)

Die U-18 Wahl in Ustersbach rückt näher. Vorher diskutieren junge Leute. Sie wollen auch ein Video-Statement mit Wünschen und Meinungen an Politiker schicken. Von Siegfried P. Rupprecht

Sie freuen sich auf die Podiumsdiskussion zur bevorstehenden U-18-Wahl. Die jungen Leute haben sich bei einem Vortreffen im Ustersbacher Forum auf die Begegnung mit den Politikern vorbereitet.

Foto: Siegfried P. Rupprecht

Die Jugendbeauftragten der Gemeinde Ustersbach, Angelika Ortner und Andrea Braun, haben ganze Arbeit geleistet. Nicht weniger als neun Politiker haben sie eingeladen. Die Parteivertreter nehmen am Freitag, 18. August, um 18 Uhr im Forum an der Podiumsdiskussion zur bevorstehenden bundesweiten U-18-Wahl teil. Dann heißt es dort: Kinder und Jugendliche fragen, Politiker antworten.

Rededuell ist Teil der bundesweiten U-18-Wahl

Junge Menschen unter 18 Jahren sind die künftigen Wähler von morgen. „Wichtig ist es daher, dass sie sich frühzeitig mit den demokratischen Spielregeln beschäftigen“, verdeutlicht Angelika Ortner. Und sie setzen sich mit den Inhalten der politischen Parteien auseinander, ergänzt Andrea Braun. Die Podiumsdiskussion biete für die jungen Leute die Möglichkeit zu äußern, was sie bewegt, wie sie Politik wahrnehmen und was sie von Mandatsträgern erwarten.

Das Rededuell ist Teil der bundesweiten U-18-Wahl, die am Freitag, 15. September, stattfindet. Dazu gibt es auch ein Wahllokal in Ustersbach. Alle unter 18-Jährigen sollen dabei ihre Stimme abgeben. Das Ziel der U-18-Wahlkampagne ist es, dass sich möglichst viele junge Menschen verstärkt mit Demokratie, Politik und Wahlen beschäftigen.

Dieses Ziel steht auch bei der Podiumsdiskussion im absoluten Mittelpunkt. Der Diskussion stellen sich Ludwig Lenzgeiger (CSU), Annette Luckner (SPD), Eva Lettenbauer (Bündnis 90/Die Grünen), Markus Brem (Freie Wähler), Maximilian Funke-Kaiser (FDP), Frederik Hintermayr (Die Linke), Gabi Olbrich-Krakowitzer (ÖDP), Andreas Jung (Die Piraten) und Christian Bolsinger (AfD).

Am Tag der Podiumsdiskussion kommt auch der Wohnanhänger SARA (Statements auf Raedern) des Kreisjugendrings Augsburger Land zur Ustersbacher Grundschule. „Hier haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ein Video-Statement aufzunehmen, aber auch Wünsche und Meinungen an die Politiker zu vermitteln“, erklärt Andrea Braun. Diese Videos erscheinen hinterher auf der Video-Plattform YouTube. Dort sind schon einige Stellungnahmen aus anderen Ortschaften zu finden. Auch Politiker aus Berlin haben auf dem Videoportal eine Botschaft an die jungen Leute hinterlegt.

Zur Podiumsdiskussion können auch Interessenten kommen, die nicht in Ustersbach wohnen. Die U-18-Wahl sei nicht an den Wohnsitz gebunden, darauf machen Angelika Ortner und Andrea Braun aufmerksam.

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Jetzt werden auch in Ustersbach die Ventile geprüft (AZ 1.08.2017)

Gemeinderat sieht darin einen Baustein zur sicheren Wasserversorgung. Im neuen Baugebiet soll es bald losgehen. Von Siegfried P. Rupprecht

In Ustersbach sollen jetzt die Freistromventile mit integriertem Rückflussverhinderer, kurz KFR genannt, geprüft werden. Das hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Diese Hausanschlüsse sind ein wichtiger und gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der Trinkwasseranlage und müssen hinter dem Wasserzähler installiert sein. Die KFR-Ventile verhindern, dass Wasser aus der jeweiligen Hausinstallation in das Versorgungsnetz zurückfließt und damit zu Verunreinigungen der Wasserversorgung und zu eventuell erheblichen hygienischen Problemen führen können, erläuterte Bürgermeister Maximilian Stumböck auf der Sitzung. Die Ventilprüfung sei ein weiterer Baustein zur Sicherung der Wasserversorgung vor Ort.

Im benachbarten Gessertshausen hatte die Prüfung dieser Ventile im Ortsteil Deubach Unregelmäßigkeiten ergeben. Dort konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Verunreinigung des Trinkwassers mit Keimen, die unter anderem zu einer fast einjährigen Chlorung des Wassers geführt hatte, auch durch die fehlerhaften Ventile mitverursacht worden war. Der Gemeinderat Ustersbach beschloss, für die Funktionsprüfung der KFR-Ventile einen Mitarbeiter, befristet auf zwei Monate, einzustellen.

Beim Thema Baugebiete „Bei den Angern“ in Mödishofen läutete der Gemeinderat die letzte Runde ein. Bei seiner jüngsten Sitzung beschloss er ohne Gegenstimme den vorliegenden Bebauungsplan. Wenn alles nach Plan laufe, können dort in einem Jahr bereits die ersten Häuser entstehen, meinte Bürgermeister Maximilian Stumböck optimistisch.

Zahlreiche Stellungnahmen eingegangen

Im Vorfeld des Beschlusses gingen zu dem Bebauungsplan insgesamt sechs Stellungnahmen mit Abwägungsbedarf durch den Gemeinderat ein. Unter anderem wies das Gremium darauf hin, dass der Fortbestand der Nutzungen, die Besitzstandswahrung und die Sicherstellung einer Nutzungswiederaufnahme des vormaligen landwirtschaftlichen Betriebs am Kirchweg in den Planunterlagen bestmöglich berücksichtigt worden seien. Darüber hinaus erkannte das Gremium in dem Wortlaut „jedoch keine emissionsträchtigen tierhaltungsspezifischen Einrichtungen“ in Bezug auf die Hofstelle keinen bestehenden Konflikt in den Planunterlagen. Diese Ergebnisse gingen auf Stellungnahmen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg und der Geschäftsstelle Augsburg/Aichach-Friedberg des bayerischen Bauernverbands zurück.

Die zukünftige Bebauung „Bei den Angern“ erfolgt ausschließlich mit Einfamilienhäusern. Geplant ist im gesamten Baugebiet eine Zone mit Tempo 30. Im Herbst will der Gemeinderat konkretisieren, zu welchen Konditionen und Kriterien die dortigen Grundstücke veräußert werden. Dann solle auch eine Entscheidung gefällt werden, wer die Planungen beispielsweise zur Straßenführung und zu den Kanalarbeiten ausführe, machte der Bürgermeister aufmerksam.

Eine weitere Beschlussfassung erfolgte über die Ermittlung der tatsächlichen Grundstücks- und Geschossfläche durch einen externen Dienstleister. Dies sei für die nächste Globalkalkulation erforderlich, informierte Stumböck. In Auftrag gegeben wurde auch die Überarbeitung der gemeindlichen Satzungen.

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Natur am Dorfweiher gerät in Schieflage ( AZ 8.07.2017)
Algen-, Frosch- und Mückenplage statt Freizeitwert Von Siegfried P. Rupprecht

Von ihrem Grundstück am Espach aus genossen Ruth und Hartmut Tietze den Blick über den angrenzenden idyllischen Dorfweiher. Nicht selten ließen sie dort ihre Füße im glasklaren Wasser baumeln. Seit einiger Zeit ist dieser malerische Eindruck allerdings gestört. Der beschauliche Platz ist einem unangenehmen Überangebot an Algen, Fröschen und Stechmücken gewichen.

Die sich kontinuierlich verschlechternde Situation am Dorfweiher sei seit der zweiten Weihersanierung vor etlichen Jahren eingetreten, berichtet Hartmut Tietze. „Damals wurde das Gewässer komplett ausgebaggert und inklusive der Uferstreifen auf Vordermann gebracht.“ Danach bevölkerten Karpfen und Forellen den Weiher. Immer wieder wurden Enten gesichtet. Wasserpflanzen im hinteren Teil sorgten für eine Selbstregulierung des natürlichen Ökosystems. „Der Weiher bot ein Refugium der Stille“, erinnert sich das Ehepaar. Spaziergänger hätten dies geschätzt und eine Pause auf der Ruhebank eingelegt. „Er war ein Kleinod“, resümiert Hartmut Tietze.Doch spätestens seit dem vergangenen Jahr ist es mit der Idylle vorbei. „Da setzte die immense Algenplage ein“, verdeutlicht Ruth Tietze. „Einher ging die Ansiedlung massenhafter Frösche und Stechmücken.“ Mittlerweile seien auch das Ufer und der Quellzufluss teilweise mit Gestrüpp eingewachsen und mit dicken Laubschichten bedeckt.Fortan war es mit dem Schlafen bei offenem Fenster vorbei. „Von Mitte April bis Mitte Juni veranstalten die Frösche fast rund um die Uhr einen ohrenbetäubenden Lärm, der je nach Windrichtung bis über den Kirchberg zu hören ist“, erzählt Hartmut Tietze. „Danach ändert sich der Lärm in Froschgesang“, schmunzelt er. Für manche Menschen sei das vielleicht Musik, für seine Familie jedoch Krach und – in Verbindung mit den massenhaft auftretenden Stechmücken – eine Eindämmung der Lebensqualität. „Schnaken und Frösche waren schon immer da, aber in den letzten Jahren eskalierten sie zu einer regelrechten Plage.“

Das Ehepaar versichert nachdrücklich, dass es nicht rebellisch sein oder eventuelle Vorwürfe erheben wolle. „Wir weisen lediglich auf einen Missstand hin, auf einen Zustand, der nicht sein sollte“, so die Tietzes übereinstimmend. Ihr Credo sei, für die jetzige unangenehme und störende Situation am Dorfweiher eine kostengünstige Lösung zu finden, damit der Ort wieder eine Wohlfühloase für alle Bürger werde.Der Familie schweben dabei biologische Maßnahmen vor. „Wir persönlich plädieren für eine natürliche Eindämmung der Algen sowie der Frosch- und Mückenplage“, sagt Hartmut Tietze. Dabei bringt er den Einsatz von Fischen wie Stör, der wie ein Staubsauger funktioniert, Forellen oder Hecht ins Spiel, damit sich die Natur wieder selbst reguliert. „Fachleute wissen da aber sicher besser Bescheid.“ Dass dieser Variante ein langer Prozess zugrunde liegt, wissen die Tietzes. Sie wollen eine für die Natur verträgliche Lösung. Auch die Gemeinde Ustersbach reagiert auf den Missstand. „Wir werden zunächst den Pächter kontaktieren und uns mit einem Naturschutzfachmann besprechen“, so Bürgermeister Maximilian Stumböck zu unserer Zeitung. Anschließend erfolge ein Ortstermin im Bemühen, einen Kompromiss zwischen ökologischen Kriterien und nachbarschaftlichen Belangen zu finden.

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Wofür sich Ustersbach weiter verschuldet ( AZ 7.7.2017)

Das Minus zum Jahresende könnte bei 1,38 Millionen Euro liegen. Die Gemeinde investiert in die Lebensqualität Von Siegfried P. Rupprecht

Der Schuldenstand der Gemeinde Ustersbach wächst weiter an. Die Kommune plant eine Kreditaufnahme in Höhe von 800000 Euro. Das Minus beträgt zum Ende des Jahres, sollte der Kredit so aufgenommen werden, voraussichtlich 1,38 Millionen Euro. Darauf verwies Kämmerin Katharina Schedel bei der Präsentation des Haushaltsplans 2017 im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Dennoch sprachen sowohl sie als auch BürgermeisterMaximilian Stumböck von einem „erfreulichen und zugleich soliden“ Etat. Ziel der Gemeinde sei nicht die Schuldenfreiheit, sondern die Bereitstellung eines attraktiven Wohn- und Lebensumfelds für die Bürger, natürlich immer im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit, ergänzte der Rathauschef. „Die Neuverschuldung kommt der Sicherung und dem Ausbau der örtlichen Infrastruktur zugute und ist eine wichtige Investition in die Zukunft.“

Die Kreditaufnahme hat vor allem mit der Erweiterung, dem Um- oder Neubau der Kindertagesstätte St. Fridolin zu tun. Über die konkrete Planung darüber entscheidet der Gemeinderat vermutlich im Herbst. Dafür stellt die Gemeinde im Haushalt 400000 Euro sowie weitere 700000 Euro als Verpflichtungsermächtigung für 2018 ein. Die Pro-Kopf-Gesamtverschuldung der Gemeinde betrage zum Jahresende 1251 Euro, verdeutlichte die Kämmerin. Damit liege die Kommune bei Gemeinden mit gleichem Einwohnerstand deutlich über dem Landkreisdurchschnitt von 630 Euro.

Der Etat im Verwaltungshaushalt schließt mit 2,272 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt mit 1,483 Millionen Euro ab, ein Gesamtvolumen also von 3,755 Millionen Euro. Das seien rund 179000 Euro mehr als im Vorjahr, berichtete Katharina Schedel.Die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die gegenüber dem Vorjahr nahezu gleichbleibenden Grundsteuern mit rund 128000 Euro. Deutlich niedriger schätzt die Kämmerin die kommenden Gewerbesteuereinnahmen ein. „Die Unternehmen in der Gemeinde tätigen große Investitionen“, meinte sie. Das werde einen Einnahmerückgang bewirken. Angesetzt sind lediglich 250000 (Vorjahr: 588000) Euro. Weiter ansteigen wird die Einkommensteuerbeteiligung (599000 Euro).Der Haushaltsansatz für St. Fridolin beträgt 191000 Euro, für die Gastkinder in den umliegenden Kindergärten 90000 Euro. Grund für die Steigerung bei den Personalkosten sind tarifliche Lohnerhöhungen, weitere Stellen beim Bauhof und die Festanstellung des Wasserwarts. Größere Kosten verursachen auch der Bereich Kanal und Kläranlage (360500 Euro) und der Unterhalt von Straßen, Wegen und Gräben (55000 Euro). Im Bereich der Wasserversorgung entsprechen die Einnahmen von 161200 Euro den veranschlagten Ausgaben.

Beim Vermögenshaushalt seien die wichtigsten Einnahmen unter anderem die Erschließungsbeiträge des Baugebiets Mödishofen Nordost mit 55000 Euro, die vom Freistaat erhaltene Investitionspauschale (126500 Euro) und die Entnahme aus der allgemeinen Rücklage von 496700 Euro, um die Ausgaben des Vermögenshaushalts zu decken, so Katharina Schedel. Damit sinkt der Stand dieser Rücklage auf voraussichtlich rund 565000 Euro. „Die Gemeinde hat also noch stolze Finanzmittel in der Hinterhand“, fügte Bürgermeister Stumböck ein.

Ausgaben des Vermögensetats sind neben Kosten für die Kindertagesstätte vor allem die Restaurierung der Kreuzwegstationen (35000 Euro) sowie für Maßnahmen und Planungen von Baugebieten und Straßenbeleuchtung (insgesamt 127000 Euro). Ein dicker Posten ist der Grunderwerb. Hier sind 620000 Euro veranschlagt.In den Finanzplan werden bis 2020 unter anderem Investitionen für die Baukosten des neuen Baugebiets „Bei den Ängern“ in Mödishofen und im Bereich der Feuerwehr für den Kauf eines neuen Fahrzeugs und den Umbau des Feuerwehrgerätehauses aufgenommen. Dafür seien Ausgaben von knapp 3,2 Millionen Euro eingestellt worden, resümierte die Kämmerin.

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Ustersbacher Jugendliche dürfen wählen ( AZ 22.06.2017)

Kommune unterstützt Projekt zur politischen Bildung. Das ist eine gute Gelegenheit zu fragen, was im Umfeld verändert werden kann. Von Siegfried P. Rupprecht

Initiiert von den Jugendbeauftragten Angelika Ortner (links) und Andrea Braun bietet die Gemeinde Ustersbach erstmals eine U18-Wahl an.

In Ustersbach ist die Jugend am Zug: Im Gemeinderat wurde jetzt über die Pläne für die U18-Wahl informiert. Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen und Kinder.„Die Wahlen finden neun Tag vor der Bundestagswahl, also am 15. September, statt“, berichteten Andrea Braun und Angelika Ortner. Die beiden Gemeinderätinnen sind Jugendbeauftragte. Sie initiieren diese Wahl, die erstmals vor Ort stattfindet. Gewählt werde mit eigens angefertigten Stimmzetteln in der Grundschule.

Jugendliche an Politik heranführen

Die U18-Wahl ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen, unter anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk und Deutschen Bundesjugendring. „Sie ist ein Projekt zur politischen Bildung“, so Ortner weiter. „Kinder und Jugendliche sollen Fragen und Hinterfragen lernen.“ Auf spielerische Weise könne man hier demokratische Verfahren kennenlernen und erproben. Dies sei umso wichtiger, da das grundsätzliche Interesse an Politik rückläufig ist.

Noch sei man dabei, das Wahllokal in Ustersbach zu einem Wahlkreis zusammenzufügen, ergänzte Andrea Braun. Dazu seien mindestens drei Wahllokale notwendig. Kontakte beispielsweise zu Dinkelscherben und Gessertshausen würden deshalb geschmiedet. Bei der U18-Wahl im Jahr 2013 hatten sich bundesweit mehr als 1500 Wahllokale angemeldet. Fast 200000 gültige Stimmen wurden abgegeben. Dabei machten die CDU/CSU mit 27,1, die SPD mit 20,4 und die Grünen mit 17 Prozent das Rennen.

Infoveranstaltung am 7. Juli

Eine Informationsveranstaltung zur U18-Wahl für Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 18 Jahren aus Ustersbach und den umliegenden Gemeinden ist geplant. Sie geht am Freitag, 7. Juli, um 18 Uhr in der Ustersabacher Grundschule über die Bühne. Bürgermeister Maximilian Stumböck nannte die U18-Wahl eine „ganz spannende Sache“. Sie sei ein Mosaikstein zur gelebten Demokratie.

  • Finanzen Der Jahresabschluss für die Kommune wurde von einem Steuerberater durchgeführt. Demnach betrug die Bilanzsumme zum Jahresende des vergangenen Jahres knapp 285000 Euro Dabei wurde ein Jahresgewinn von 16521 Euro ausgewiesen. Dieses Plus werde, so Bürgermeister Maximilian Stumböck, mit den Verlustvorträgen aus den Vorjahren in Höhe von 18393 Euro verrechnet.
  • Wasser Das Gremium kam dem ebenso einstimmig nach wie der Zielvorgabe zur Ustersbacher Wasserversorgung. Diese wird weiterhin ohne Absicht auf Gewinnerzielung betrieben.
  • Marienheim Als Formalie entpuppte sich der Bauantrag des Marienheims Baschenegg. Dort werden unter anderen geringfügige Umbauten im Haus vorgenommen. Zudem soll die Umnutzung einer Waschküche in einen Wohnraum erfolgen. Die Vorhaben seien aus baurechtlicher Seite unbedenklich, wertete das Gemeindeoberhaupt.
  • Forum Weiter informierte Stumböck das Gremium über die Funktionalität der Küchengeräte im „Forum“. Hintergrund dazu war eine Anfrage des Gemeinderats im März über die Betriebsbereitschaft der Apparate. „Der Bauhof hat die Geräte überprüft und deren ordnungsgemäße Funktionsfähigkeit bestätigt“, resümierte der Bürgermeister. Auf Wunsch einiger Gemeinderäte soll nachgehakt werden, ob dort auch die automatischen Türschließanlagen korrekt funktionieren.
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Versorgung mit Wasser als Zukunftsthema
Aufgabe für die Gemeinde Ustersbach

Einiges vorgenommen hat sich Bürgermeister Maximilian Stumböck für die nächsten drei Jahre, die Zeitspanne bis zur nächsten Kommunalwahl. „Am wichtigsten wird es sein, die Wasserversorgung und das Abwassersystem auf einen modernen Stand zu bringen“, sagte er im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. Dazu gehörten nicht allein bauliche Maßnahmen an den Brunnen und Leitungen, die etwa 50 Jahre alt sind, sondern auch die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr.

Ein weiteres Vorhaben innerhalb dieses Zeitraums sei die Optimierung der Feuerwehr. Hier gehe es um das Feuerwehrhaus genauso wie die Ausstattung mit einem Fahrzeug. Im Ortsteil Mödishofen solle in den nächsten Jahren auf dem Friedhof ein Urnenfeld eingerichtet werden, denn das werde in Ustersbach gut angenommen, berichtet der Bürgermeister. „Mit diesen Aufgaben werden der Gemeinderat, die Bürgermeister und auch die Verwaltung beschäftigt sein“, so seine Einschätzung. (jah)

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Bürgerversammlung

Zuzüge sind gut für Schule und Kindergarten

Bürgermeister Maximilian Stumböck berichtet zur Lage Ustersbachs. Geehrt wurden Neu- und Jungbürger Von Siegfried P. Rupprecht (AZ 14.03.2017)

Die Einwohnerzahl von Ustersbach werde in den 2020er-Jahren um etwa fünf Prozent zunehmen. Die Gründe dafür seien unter anderem leicht steigende Geburtenzahlen und eine zunächst um etwa zehn Prozent wachsende Elterngeneration. Darauf verwies Bürgermeister Maximilian Stumböck bei der Bürgerversammlung im gut besuchten Forum.
Das Gemeindeoberhaupt griff dabei auf aktuelle Zahlen und Studien des Statistischen Landesamtes, der Bevölkerungsprognose der Firma SAGS und der Sozialraumanalyse des Landkreises Augsburg zurück. Daraus ging auch hervor, dass die künftige jährliche Geburtenzahl bei durchschnittlich zehn läge und die Zahl der Kinder im Vorschulalter zunächst leicht zunehmen und dann grundsätzlich konstant bleiben würde. „Die Kinder im Schulalter werden bis 2030 etwas steigen“, informierte Stumböck. Der Bürgermeister hatte aber auch den Ist-Stand im Blick. Dabei hob er die umfangreiche Infrastruktur des Ortes hervor. Namentlich nannte er hier das Forum, die Gemeindebücherei, die Grundschule, die Kindertagesstätte St. Fridolin und die zahlreichen Vereine. „Die Grundschule kooperiert in einem Modellprojekt mit vier Klassen der Förderschule Dinkelscherben und konnte trotz zurückgehender Schülerzahlen ihre Eigenständigkeit bewahren“, verdeutlichte Stumböck. Aktuell seien die Schülerzahlen niedrig, allerdings würden unter anderem die neuen Baugebiete zu einer Stabilisierung beitragen. Darüber hinaus bahne sich im Schuljahr 2017/18 eine Veränderung an. „Wurde bislang eine Offene Ganztagsschule angeboten, wird diese in einen Hort überführt.“

Die Gemeinde zeigt auch ein Herz für die Vereine. Sie bezuschusst deren Investitionsmaßnahmen mit maximal 15 Prozent und jeden im Verein gemeldeten unter 21-Jährigen jährlich pauschal mit 15 Euro. Als „kulturelles Projekt“ stufte Stumböck die Restaurierung der denkmalgeschützten Kreuzwegstationen an der Mariengrotte ein, die im kommenden Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiert.
Schwerpunkt seiner Ausführungen bildeten die Baugebiete, die die Gemeinde in den vergangenen drei Jahren im Ortsteil Mödishofen in zwei Bauabschnitten ausgewiesen hat. Die Parzellen östlich der Bahnhofstraße seien zum erschlossenen Quadratmeterpreis von 99 Euro verkauft worden, informierte Stumböck. „Dabei sind nur etwa 15 Prozent an Interessenten innerhalb der Gemeinde gegangen, der Rest sind Zuzüge von außen.“ Das stabilisiere die Einwohnerzahl, die notwendig sei vor allem für Schule und Kindergarten. Sollte der Bedarf wachsen, sei auch ein Ausbau der Kinderbetreuung möglich, so Stumböck nach der Veranstaltung.

Das nächste zu erschließende Gebiet sei im Viertel westlich der Bahnhofstraße und nördlich der St.-Vitus-Kirche in Mödishofen, betonte der Bürgermeister. Dort entstünden 21 Bauplätze. „Wir wissen, dass dieses neue Baugebiet lieb gewordene Aussichten und Ansichten deutlich einschränkt“, gestand er. Aber die Gemeinde benötige neues Bauland. Und eine Ausweisung von neuen Grundstücken sei momentan in Ustersbach selbst nicht möglich, so Stumböck nach der Versammlung.

Thema war auch die Verschuldung der Gemeinde. Diese betrug Ende des Vorjahrs 414000 Euro. Damit liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei 375 Euro, rund 300 Euro unter dem bayerischen Schnitt der Kommunen vergleichbarer Größe. Rechnet man die roten Zahlen des Schulverbands Ustersbach-Dinkelscherben mit, dann ergibt sich eine Pro-Kopf-Gesamtverschuldung von 585 Euro. Dies sei insgesamt gesehen eine „gute finanzielle Situation“, bilanzierte Stumböck.

Die Gemeinde schlug mit ihrer heurigen Bürgerversammlung einen neuen Weg ein. An die Veranstaltung schloss sich ein Bürgerfest an, um auch Familien zu animieren, die einer Versammlung im traditionellen Stil wenig abgewinnen, so Dritte Bürgermeisterin Anja Völk. Geehrt wurden auch die Neu- und Jungbürger.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend von einem Gitarrentrio sowie dem Gesang der 16-köpfigen Ustersbacher Schulspatzen. Martialischer ging es bei einer Vorführung der TSV-Allkampfschule unter der Leitung von Christian Hesse zu. Die Truppe zeigte auch dynamische Schwertkampfkunst.

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Neues Bushäuschen wird zum Zankapfel

Der bunte Mix aus Glas und Stahl ist nicht jedermanns Sache in Ustersbach. Sind sogar Vögel gefährdet? Von Manuela Rauch ( 24.02.2017)

Es ist bunt, gläsern und erinnert an überdimensionierte Mikado-Stäbe. Wer in Ustersbach auf den Bus wartet, der kann dies in Zukunft mit Stil tun. An der Hauptstraße steht seit wenigen Tagen ein ganz besonderes Bushäuschen. Statt schnödem Einheitsbrei hat die Gemeinde einen farbenfrohen Hingucker aufgestellt. Der Entwurf kommt von der Ustersbacher Grafikerin Elisabeth Ellenrieder und ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern gleichzeitig eine liebevolle Hommage an die heimische Künstlerszene. Schließlich befindet sich die Galerie Kremaus in direkter Nachbarschaft.

Bürgermeister Max Stumböck ist mit dem Ergebnis zufrieden und vor allem erleichtert. In erster Linie, weil die Ustersbacher lange auf ein neues Bushaus warten mussten. Vor rund zwei Jahren war ein Autofahrer in das alte Häuschen gekracht. Zwar kam der Unglücksfahrer mit dem Schrecken davon, doch vom Unterstand blieb nichts mehr übrig. Weil eine Neuanschaffung Sache der Gemeinde ist, landete das Thema erst einmal auf der Agenda des Gemeinderats. Dort war man sich irgendwann einig: Wenn schon ein neues Häuschen, dann „mal was ganz anderes und nichts von der Stange“, erklärt Stumböck. Und weil der Ort über kreatives Potenzial verfügt, wurden die Ustersbacher Künstler aufgefordert, sich in die Gestaltung einzubringen. Ein einberaumtes Bushaus-Gremium sichtete die Ideen der Bürger und entschied sich für Ellenrieders fröhlichen Farben-Mix. Die Künstlerin selbst beschreibt ihr Konzept als transparente Hülle mit buntem Innenleben. „Das Häuschen soll vor allem die Fahrgäste ansprechen und das sind in erster Linie die Schulkinder“, erklärt sie. Zudem biete die gläserne Fassade nicht nur Schutz vor Wind und Wetter, sondern verhindere auch möglichen Vandalismus.

Weil aber die Geschmäcker nun mal verschieden sind, kann sich nicht jeder mit dem neuen Bushaus anfreunden. Thomas Germscheid, Designer und Künstler aus Ustersbach, hatte selbst zwei Vorschläge eingebracht. Statt aus Glas, hätte er lieber etwas aus Holz gebaut, sagt er und deutet auf zwei tote Vögel, die im Bushäuschen liegen. Für Germscheid ein klarer Beweis, dass die spiegelnden Glasfronten eine echte Gefahrenquelle sind. Die Gemeinde habe er nach seiner Entdeckung umgehend informiert.

Was ihn aber wirklich ärgert, sei das Prozedere des Gemeinderats. Der habe die Ideen seiner Bürger zwar gerne entgegengenommen, dann aber nichts mehr von sich hören lassen.”Bernhard Schmid, als Ansprechpartner im Gemeinderat, versicherte mir, dass er zur rechten Zeit auf mich zukommen wird“, erzählt Germscheid. Der Kontakt sei aber abgebrochen und die Debatte verschwand in den nichtöffentlichen Teil der Sitzungen. Für den Ustersbacher ein klares Zeichen mangelnder Bürgernähe und Transparenz.

Doch wie viel Bürgerbeteiligung braucht ein Bushäuschen? Bernhard Schmid kann Germscheids Ärger nicht nachvollziehen. Man habe seine Vorschläge schließlich genauso geprüft, wie 14 andere, sagt er. „Wir haben niemanden ausgeschlossen“, sagt Schmid. Max Stumböck sieht das ähnlich. Natürlich hätte man die Diskussion um das Bushäuschen auch öffentlich führen können, sagt er. Ursprünglich habe man sogar geplant, einen Wettbewerb auszuschreiben. Fraglich, ob sich der Aufwand gelohnt hätte, sagt Stumböck. „Die Diskussion wäre ausgeufert“, glaubt er.

Trotzdem räumt er ein, dass „atmosphärisch vielleicht etwas schiefgelaufen“ sei. Formal habe die Gemeinde aber alles richtig gemacht, versichert er. „Wir dürfen nicht vergessen, es handelt sich hier um ein Bushäuschen, nicht um ein Nationaldenkmal.“ Auf Germscheids Hinweis, dass das Bushäuschen zum Vogelkiller werden könnte, hat man im Rathaus sofort reagiert und den Landschaftsarchitekten Hans Marz aus Dinkelscherben angerufen. Der hat sich bereits mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Verbindung gesetzt. Noch steht nicht fest, mit welcher Lösung man dem drohenden Vogelschlag zuvorkommen will. Das Anbringen von Vogel-Aufklebern bringt jedenfalls nicht viel, sagt Marz. So könnte es sein, dass das Bushäuschen schon bald nicht mehr ganz so transparent ist, wie ursprünglich geplant. Der LBV empfiehlt flächige Muster wie Punkte oder Streifen.

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Brauerei Ustersbach lenkt ein und zahlt ( AZ 22.02.2017)

75000 Euro fließen nach Rechtsstreit an die Gemeinde. Der Gebührenzahler darf sich trotzdem nicht freuen

Die Brauerei Ustersbach hat im Streit mit der Gemeinde eingelenkt: Sie hat zwischenzeitlich die Forderungen anerkannt. Das heißt: Der größte Arbeitgeber am Ort überweist rund 75000 Euro Benutzungsgebühren für die Kläranlage aus den Jahren 2014 und 2015.

Anfangs hatte sich die Brauerei quergestellt. Sie hatte eine andere Sichtweise, was die Abrechnung der Betriebskosten angeht. Danach kam es zu einem Treffen der beiden Streitparteien am Verwaltungsgericht in Augsburg. Weil die Verhandlung ohne Ergebnis blieb, sollte das Gericht ein Urteil fällen. Im Kern wäre es darum gegangen, ob eine 1999 geschlossene Sondervereinbarung eine tragfähige Grundlage für die Forderung an sich und die Höhe der Zahlung ist.

Weil die Ustersbacher Brauerei eingelenkt hat, gab es keine aufwendige juristische Prüfung mehr. Sie hätte am Ende bedeuten können, dass die Brauerei in Zukunft wie jeder andere Gebührenzahler zur Kasse gebeten wird. Das heißt: keine Sonderkonditionen mehr.

Die Gemeinde hatte sich ein Urteil gewünscht, um nach vielen Jahren Streit endlich Rechtssicherheit zu bekommen. In der Verhandlung hatte Bürgermeister Max Stumböckgesagt, dass die Auseinandersetzung eine Belastung für die Verwaltung bedeute. Das jetzige Ende will er nicht kommentieren. Brauereichefin Stephanie Schmid sagte nach dem Rechtsstreit: „Ich hatte nie etwas gegen das ursprünglich vereinbarte Modell.“ Ihr habe nur immer die Transparenz gefehlt.

Darf sich jetzt wenigstens der Gebührenzahler freuen, wenn der Rechtsstreit mehr Geld in die Kassen der Gemeinde spült? Es werde sich nichts ändern, erklärt Stumböck, die Summe wurde bereits in die Kalkulation der betroffenen Jahre eingerechnet. Und wie sich die Abwassergebühren zur nächsten Anpassung 2018 entwickeln, sei derzeit nicht absehbar, sagte Verwaltungsleiter Wolfgang Dietz auf Nachfrage.

Wie lange der Streit zwischen Gemeinde und Brauerei schon schwelt, wurde vor zwei Wochen vor Gericht deutlich. 2013 hatten die Auseinandersetzungen jedenfalls einen Höhepunkt. Damals sei es zu Störfällen durch eingeleitetes Abwasser der Brauerei gekommen, schilderte Stumböck. Die Kläranlage sei an die Grenze ihrer Kapazität gebracht worden. Um das Problem in den Griff zu bekommen, hatte das Ustersbacher Familienunternehmen, das von Stephanie Schmid in 13. Generation geführt wird, auf eigene Kosten nachgerüstet und unter anderem einen Misch- und Ausgleichbehälter gebaut. Genau auf diesen sei aber beim Bau der gemeindlichen Kläranlage verzichtet worden, erklärte Betriebswirtin Schmid. Bereits vor zwei Jahren hatten sich Gemeindeverwaltung und Brauerei vor Gericht getroffen. Auch damals ging es um eine Nachzahlung. Der Streit endete mit einem Vergleich.

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Jugendliche wünschen sich Kino-Nacht und Workshops (AZ 08.02.2017)

Viele Ideen bei Treffen in Ustersbach. Was die Jugendbeauftragten schon bald umsetzen wollen

Da waren sie noch entspannt: Im Rahmen der Jugendversammlung sind Jugendliche aus Ustersbach nach Augsburg gefahren, um dort hinter verschlossenen Türen eine Rätselaufgabe in vorgegebener Zeit zu lösen.

Was beschäftigt die Jugendlichen in Ustersbach, welche Wünsche und Anregungen haben sie? Das wollten die beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde, Andrea Braun und Angelika Ortner, jetzt auf der Jugendversammlung wissen. In einer lockeren Gesprächsrunde konnten Wünsche hinsichtlich Veranstaltungen und Angeboten ab dem Alter von zwölf Jahren vorgebracht werden. Die Jugendbeauftragten hatten die Frage, wie man unter Jugendlichen die Kommunikation besser gestalten kann, um beispielsweise Termine erfolgreicher zu verbreiten. Überraschend dabei war, dass trotz der heutigen digitalen Vernetzung über soziale Netzwerke die Jugendlichen das Verteilen und Auslegen von Flyern bevorzugten und ganz oben auf die Liste setzten.

Bei der Ideensammlung für Angebote kamen von den Jugendlichen viele Vorschläge. Einige wünschten sich eine LAN-Party. Solch ein Abend für digitale Spiele fand bereits im vergangenen Jahr statt. Andere erwähnten einen Graffiti-Workshop, bei dem sie sich auf zur Verfügung gestellten Freiflächen im Gemeindegebiet verwirklichen können. Weitere Wünsche waren ein Näh- und Bastelkurs, ein Kurs, in dem man das Programmieren von Computerspielen erlernt, und eine Kinonacht für Jugendliche. Die Jugendbeauftragten haben bereits signalisiert, dass zunächst die Kino-Nacht in Angriff genommen wird und dass man auf die Kooperation mit dem Verein Jugendförderung hofft, der das nötige Equipment hat. In den nächsten Wochen können die Jugendlichen online unter vorgegebenen Filmen ihren Favoriten auswählen.Nach der Ideenfindung ging es noch am gleichen Abend nach Augsburg in den erst kürzlich eröffneten Escape Room. Beim Life-Escape-Spiel ging es darum, als Team mit drei bis sechs Personen ein Rätsel zu lösen. Die Jugendlichen wurden dazu in den Raum „Trip to Mexico“ eingesperrt, und die Aufgabe war, innerhalb von 60 Minuten Geheimnisse zu lüften, um dann wieder aus dem Raum herauskommen zu können. Das war Adrenalin pur, und elf Minuten vor Ablauf der Zeit hatten sie es geschafft und durften den Raum wieder verlassen. (thog)

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Brauerei-Chefin im Clinch mit Bürgermeister ( AZ 2.02.2017)

Die Gemeinde Ustersbach fordert von der Brauerei rund 75000 Euro. Welche Rolle ein Sondervertrag dabei spielt. Von Maximilian Czysz

Eine Aussprache am runden Tisch, vielleicht bei einem Glas Bier, wird es so schnell nicht geben: Das Verhältnis zwischen Gemeindevertretern und der Ustersbacher Brauerei ist im Augenblick alles andere als gut. Die Gemeinde fordert vom größten Arbeitgeber am Ort rund 75 000 Euro Benutzungsgebühren für die Kläranlage aus den Jahren 2014 und 2015. Doch die Brauerei stellt sich quer – sie hat eine andere Sichtweise was die Abrechnung der Betriebskosten angeht. Auch andere Ungereimtheiten kamen gestern am Verwaltungsgericht in Augsburg zur Sprache – ohne konkretes Ergebnis.

Weil sich Gemeinde und Brauerein nicht einigten, wird jetzt ein Urteil gefällt. Darin wird es vor allem darum gehen, ob eine 1999 geschlossene Sondervereinbarung eine tragfähige Grundlage für die Forderung an sich und die Höhe der Zahlung ist. So erklärte gestern der Vorsitzende Richter Andreas Dietz den komplexen Fall. Am Ende könnte es auch bedeuten, dass die Brauerei in Zukunft wie jeder andere Gebührenzahler zur Kasse gebeten wird. Das heißt: Keine Sonderkonditionen mehr. Für die Gemeinde bedeutet ein Urteil vor allem Rechtssicherheit: Ein Zustand, den sich die Gemeinde nach einem langen Streit wünscht. 2013 hatten die Auseinandersetzungen einen Höhepunkt. Damals kam es zu „Störfällen“ durch eingeleitetes Abwasser der Brauerei, schilderte Bürgermeister Max Stumböck vor Gericht. Die Kläranlage sei an die Grenze ihrer Kapazität gebracht worden. Stumböck: „Ich dachte damals: Wenn das noch einmal passiert, dann ruf’ ich das Wasserwirtschaftsamt.“ Gutachter Alvaro Caruzzi verdeutlichte: Die Anlage sei mit 30 000 statt der ausgelegten 12 000 Einwohnerwerte konfrontiert gewesen. Um das Problem in Griff zu bekommen, hatte das Ustersbacher Familienunternehmen, das von Stephanie Schmid in 13. Generation geführt wird, zwischenzeitlich auf eigene Kosten unter anderem einen Misch- und Ausgleichbehälter gebaut. Genau auf diesen sei aber beim Bau der gemeindlichen Kläranlage verzichtet worden, erklärte Betriebswirtin Schmid. Damals beteiligte sich ihr Unternehmen an den Baukosten und sicherte eine Betriebskostenbeteiligung zu, woraufhin der Sondervertrag geschlossen wurde. Er beinhaltet auch, dass die Vertragspartner offen miteinander umgehen: So formulierte es Schmid, die mehrfach um eine transparente Kostenrechnung der Jahre bat, um die es in der Verhandlung ging. Nur so werde auch die Kalkulation der Gemeinde klar, bei der nach Auskunft des Geschäftsstellenleiters Wolfgang Dietz ein Minus aufgelaufen war. Verursacht hätten es der höhere Chemieeinsatz und der größere Energiebedarf der „Störfälle“, so Dietz.
Bereits vor zwei Jahren hatten sich Gemeinde und Brauerei vor Gericht getroffen. Auch damals ging es um eine Nachzahlung. Die Brauerei hatte sich früher verpflichtet, eine bestimmte Wassermenge abzunehmen. Mit dem Bau eigener Brunnen sank jedoch der jährliche Wasserverkauf der Gemeinde. Die Brauerei hingegen nahm an, nur noch das bezahlen zu müssen, was sie tatsächlich verbraucht. Der Streit endete mit einem Vergleich.


Brauerei-Chefin im Clinch mit Bürgermeister – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Brauerei-Chefin-im-Clinch-mit-Buergermeister-id40387872.html

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Brauerei-Chefin im Clinch mit Bürgermeister – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Brauerei-Chefin-im-Clinch-mit-Buergermeister-id40387872.html

Was bewegt die Jugendlichen in Ustersbach? ( AZ 1.02.2017)

Versammlung in der Mehrzweckhalle mit besonderer Aktion

Was beschäftigt eigentlich die Jugendlichen in der Gemeinde Ustersbach? Das wollen die beiden Jugendbeauftragten Angelika Ortner und Andrea Braun auf der Jugendversammlung am kommenden Freitag, 3. Februar, wissen. Zwischen 17.30 Uhr und 18 Uhr können alle zwischen 12 und 25 Jahren im Mehrzweckraum des Forums Ustersbach ihre Anliegen, Vorstellungen und Wünsche für das Leben in der Gemeinde bei den beiden anbringen.
Die Jugendbeauftragten versuchen dabei immer, die Jugendversammlung durch eine besondere Aktion abwechslungsreich zu gestalten. Im vergangenen Jahr folgte der Versammlung eine LAN-Spieleparty, veranstaltet von Game-Päd-Professional Edutainment. In diesem Jahr werden die angemeldeten Teilnehmer nach der Jugendversammlung nach Augsburg in einen Escape-Room fahren. Dabei gilt es, in einem geschlossenen Raum innerhalb einer bestimmten Zeit eine Aufgabe so zu lösen, dass der Raum geöffnet werden kann. Auch dahinter steckt ein pädagogischer Gedanke der Jugendbeauftragten: Die Lösung kann nur gefunden werden, wenn die Jugendlichen als Team an einem Strang ziehen. (jah)

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Was bewegt die Jugendlichen in Ustersbach? – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Was-bewegt-die-Jugendlichen-in-Ustersbach-id40383127.html

Einweihung des Bildstocks an der Kreisstraße zwischen Ortsausgang Mödishofen und Kreisverkehr (Oktober 2016)

Am Sonntag, 9. Oktober 2016 fand die feierliche Weihung des Bildstocks an der Kreisstraße durch Herrn Pfarrer Thomas Payappan statt. Der Bildstock, der dem heiligen Leonhard gewidmet ist, befand sich ursprünglich unweit der Kreisstraße in den Schlauäckern und wurde 1959 im Zuge der Flurbereinigung an die Kreisstraße verlegt. Vor allem die Mauersäule des Bildstocks war durch Regen, Schnee und Salz tiefgründig zersetzt und drohte umzufallen. Herr Kornelius Kastner und Herr Josef Scherer restaurierten den Bildstock in den letzten Monaten und machten ihn für die nächsten Jahre und Jahrzehnte wetterfest.

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Der Einweihung vorausgegangen war die Sonntagsmesse in der Mödishofer Kirche St. Vitus. Im Anschluss an die Messe folgte eine Ansprache des Bürgermeisters zu Ehren von Herrn Kornelius Kastner, der sich in den letzten Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht ehrenamtlich engagiert hat. Neben seiner langjährigen Tätigkeit als Gemeinderat und Kirchenpfleger sorgte sich Herr Kastner um die Kunstdenkmäler seiner Heimat. So verfasste er drei Broschüren über Kirchen, Kapellen, Bildstöcke und Kreuze. Er beteiligte sich ideell und finanziell an der Neuerrichtung des Kreuzes und des schmiedeeisernen Eingangstores am Friedhof in Mödishofen. Zudem spendete er für den Erhalt der Anna-Kapelle wie auch für das Sühnedenkmal. Bis heute pflegen Herr Kornelius Kastner und seine Frau Elisabeth im Frühjahr und im Herbst die Außenanlagen des Friedhofs in Mödishofen. Als kleines Zeichen der Anerkennung und des Dankes überreichte der Bürgermeister im Namen der gesamten Gemeinde Ustersbach Geschenke für Herrn und Frau Kastner.

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Thomas Payappan    Sabine Gaßner      Anton Kraus      Max Stumböck

Pfarrer    Pfarrgemeinderatsvorsitzende    Kirchenpfleger    Bürgermeister

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„sua sponte“ – aus freien Stücken ( Oktober 2016)

Mit diesen Worten umschrieb Herr Rudolph Bayer, pensionierter Volksschullehrer aus Mödishofen, die Übergabe der Tierfiguren an Frau Sophia Schmid, Sonnenhof. Aus freien Stücken, mit viel Interesse, Fleiß und Kunstfertigkeit hatte Sophia Schmid den Sommer über die Tierfiguren am Schulweg restauriert, d.h., abgebrochenes ergänzt und alle Figuren von Grund auf neu bemalt.

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Herr Bayer hatte 1996 die Tierfiguren zusammen mit Schülerinnen und Schülern der 4. Klasse der Ustersbacher Grundschule modelliert und so für einen freundlichen Empfang an der Zufahrt zur Schule gesorgt. Über die letzten 20 Jahre hatte Herr Bayer die Tiere immer wieder ausgebessert. Umso mehr freut es ihn, diese Arbeit nun in jüngere zuverlässige Hände geben zu können. Der Bürgermeister bedankte sich bei beiden mit einem Blumenstrauß für ihr beispielgebendes Wirken.

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Landkreislauf erfüllt auch einen guten Zweck
(AZ v. 13.07.2016)

Markus Bayer (rechts), Gebietsdirektor der Kreissparkasse, überreichte den Spendenerlös
des Landkreislaufes an Mathilde Wehrle und Jürgen Idzko von der Bürgerstiftung Augsburger Land sowie an Norbert Haban vom Marienheim Baschenegg. Das freute auch Bürgermeister Maximilian Stumböck und die Sportbeauftragte des Landratsamtes Michaela Schuster.
Foto: Oliver Reiser

 

Zum 34. Mal wurde in diesem Jahr der Augsburger Landrat-Dr.-Frey-Landkreislauf ausgetragen. Schauplatz der größten Breitensportveranstaltung im Landkreis mit rund 1500 Teilnehmern war die Gemeine Ustersbach. Eine große Herausforderung für ein kleines Dorf, die mit viel Zusammenhalt gemeistert wurde. „Es ist Realität geworden, was wir uns alle erhofft haben“, bilanzierte Albert Völk, der Vorsitzende des TSV Ustersbach, und sprach von einem „großen Dorffest, bei dem der ganze Landkreis zu Gast war.“ Überall, wo man um Hilfe angefragt hat, habe man offene Türen eingerannt. Auch in den Nachbarorten, die ebenfalls ihre Feuerwehr-Manpower eingebracht hätten. Was Völk ganz besonders freute: „Auch mit dem Marienheim sind wir wieder richtig zusammengewachsen.“

Das Kinderheim in unmittelbarerer Nachbarschaft des TSV-Sportplatzes war nicht nur Schauplatz des Kinderlaufes, sondern profitierte auch vom wohltätigen Zweck des Landkreislaufes. Seit vielen Jahren stellt nämlich die Kreissparkasse 1,11 Euro pro Teilnehmer zur Verfügung. Aufgerundet ergab das 3000 Euro. Jeweils die Hälfte davon übergab Gebietsdirektor Markus Bayer an Norbert Haban vom Marienheim sowie an Jürgen Idzko und Mathilde Wehrle von der Bürgerstiftung Augsburger Land

„Wir sind stolz, dass das Landratsamt unserem kleinen Dorf diese große Aufgabe zugetraut hat.“ Mit diesen Worten überreichte Albert Völk ein Erinnerungsgeschenk an Michaela Schuster, die Sportbeauftragte des Landratsamtes. Die revanchierte sich mit der Sportmedaille des Landkreises für die Cheforganisatoren und Erinnerungsplaketten für die beteiligten Vereine. Am Ende war Albert Völk fast etwas traurig: „Schade, dass das Projekt heute endet.“Bevor es dann ganz vorbei war, durften sich beim Abschlussfest für alle Helferinnen und Helfer alle noch an einem Buffet laben, das vom Landkreis mit Unterstützung der Gemeinde und der Kreissparkasse bereitgestellt worden war. (oli)


Landkreislauf erfüllt auch einen guten Zweck – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Landkreislauf-erfuellt-auch-einen-guten-Zweck-id38459602.html

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Die Ustersbacher sind offensichtlich zufrieden

Flüchtlinge und Senioren sind die Hauptthemen auf der Bürgerversammlung. Fragen gibt es keine (Manuela Rauch, AZ 18.04.2016)

Tamara Oberlander schwebte bei der Ustersbacher Bürgerversammlung hoch über den Köpfen der Gäste.Foto: Manuela Rauch

Die wohl spektakulärsten Momente des Abends ereignete sich ausgerechnet in der Pause. Neben dem Quintett des Schmuttertal Gymnasiums sorgte vor allem Tamara Oberlander hoch über den Köpfen der Ustersbacher für Begeisterung. Zur Musik von Phil Collins turnte die 18 Jahre alte Schülerin, nur gehalten von zwei weißen Tüchern, an der Decke des Forums. Ein spannender Augenblick einer sonst eher unaufgeregten Bürgerversammlung.

In Ustersbach ist die Welt noch in Ordnung und so hatten auch die Bürger der Gemeinde nichts zu beanstanden. Fragen gab es keine einzige. Bürgermeister Max Stumböck war nicht überrascht. „Ich könnte jetzt sagen: Ist das schade.“ Aber ganz so dramatisch finde er das gar nicht. Vielmehr fühlt sich der Rathauschef bestätigt, dass es irgendwie richtig gut laufe in der 1100-Seelen-Gemeinde.

Und so gab es in der diesjährigen Bürgerversammlung, die, wie Stumböck gerne betont, nach Paragraph 186 gesetzlich vorgeschrieben ist, auch wenig Neuigkeiten zu berichten. Neben der allgemeinen Gemeindeentwicklung wies Stumböck darauf hin, dass man in Sachen Flüchtlinge jetzt erst einmal abbremst. Die sinkenden Zahlen der Asylbewerber machen sich derzeit auch im Landkreis bemerkbar. In Usterbach sollte zum Herbst eigentlich eine Unterkunft für 32 Personen gebaut werden. Im Eiltempo wollte man die Holzkonstruktion zwischen dem Schützenheim und der Straße nach Baschenegg bauen. Der Zuspruch in Usterbach war groß, schnell fand sich ein Helferkreis zusammen. Jetzt heißt es für alle erst einmal: Stopp. Wann die Flüchtlinge kommen, weiß auch Stumböck nicht. Im Herbst wird es wohl nicht sein. Wenn es aber losgeht, stehe auch die Gemeinde bereit. „Wir brauchen rund vier Monate für den Bau der Unterkunft“, sagt der Bürgermeister. Er hofft, dass die Atmosphäre in der Gemeinde weiterhin so positiv bleibt. Auch wenn man die Last nicht auf den Schultern der Ehrenamtlichen verteilen dürfe. „Die kommen auch an den Rand der Belastungsgrenze und brauchen den emotionalen Abstand.“ Langfristig könnte die Integration dann auch über Vereinsarbeit geschehen. „Wir werden sehen, wie es dann läuft.Ustersbach wird auf jeden Fall vorbereitet sein.“

Zum weiteren großen Thema wurden die Senioren. Sie standen 2015 im Mittelpunkt einer groß angelegten Umfrage. Es galt herauszufinden, was die Senioren der Gemeinde brauchen, was sie vermissen und was sie sich wünschen. Der Gemeinderat stellte die Ergebnisse vor. Demnach wollen die Senioren vor allem ein: Mobil bleiben. Viele wünschen sich eine bessere Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel. Das ist nicht einfach, sagt der Bürgermeister. Doch es gibt die Möglichkeit der „Marktfahrt“, die jeden Freitag um 8.30 Uhr Richtung Fischach startet. Drei Euro kostet die Tour im Kleinbus, der sämtliche Knotenpunkte der Gemeinde anfährt. „Der Bus ist kaum ausgelastet“, sagt Stumböck. Umso wichtiger, dass die Senioren dieses Angebot nutzen, glaubt er. „Egal ob für einen Arztbesuch, zum Einkaufen oder einfach nur, um sich mit Freunden zu einem Kaffee zu treffen.”

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Ein Zuckerl für Familien

Warum die Kindertagesstätte und die Grundschule in Ustersbach zusammenarbeiten (AZ 09.03.2016)

Das neue Türschild ist ein Geschenk des Elternbeirats: (von links) Pfarrer Pater Thomas Payappan, Schulleiterin Gabriele Wolff, Kita-Leiterin Antje Kollarsch, Bürgermeister Max Stumböck, Andreas Predl vom Elternbeirat, (vorne von links)  Kinderpflegerin Anna Wirth, Sozialpädagogin Pia Beintner und Nachhilfelehrerin Ruth Pupeter

Foto: Manuela Rauch

Seit letztem Herbst tummeln sich bereits die ersten Grundschüler im Dachgeschoss der Kita St. Fridolin. Jetzt wurde das Modellprojekt „Offene Ganztagsschule Kombi“ auch offiziell eingeweiht.
Pater Thomas Payappan sprach seinen Segen aus, die Beteiligten ihren Dank. Der ging in erster Linie an alle helfenden Hände, die aus dem ehemals düsteren Dachboden einen hellen und fröhlichen Ort für die Grundschüler gezaubert haben. Die kommen nach Schulschluss rüber, machen Hausaufgaben und verbringen bis zum Nachmittag gemeinsam ihre Freizeit.

Die Kooperation aus Schule und Kita ist die Antwort auf eine sich wandelnde Gesellschaft Ustersbach ist auf den Zuzug junger Familien angewiesen.

Das Betreuungsangebot ist damit ein klares Standortkriterium. Auch die Schulleiterin Gabriele Wolff weiß: „In Ustersbach haben sich die Zeiten geändert.“ Gleichzeitig ist das OGTS Kombi-Projekt das Resultat eines starken Zusammenhalts aller Einrichtungen. Und der sei enorm wichtig, betonte sie. „Je kleiner die Gemeinde, desto stärker muss er sein.“ Kita-Leiterin Antje Kollarsch freut sich über den großen Zuspruch. Sie dankte vor allem den Handwerksbetrieben, die mehr als ein Mal starke Nerven und viel Geduld aufbringen mussten. Der Fliesenleger etwa schaute selbst nach Feierabend noch vorbei, um die selbstgemachten Mosaike der Kinder in den Waschräumen zu verfugen. Die bunten Kunstwerke inspirierten auch den Bürgermeister Max Stumböck.

Die Idee, Schule und Kita enger zusammenrücken zu lassen, sei ein voller Erfolg und „ein wichtiger Mosaikstein der Gemeinde“. Wie wertvoll er ist, zeigt sich nicht zuletzt im Engagement der vielen freiwilligen Helfer. „Egal, ob beruflich oder ehrenamtlich. Hier wird alles miteinander verbunden“, so Stumböck. (aula)

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Der „Herr der Bücher“ hört auf
Heinz Kollarsch gibt Leitung ab (AZ 22.02.2016)

Er hat die Bücherei geprägt wie kaum ein anderer, jetzt hat Heinz Kollarsch sein Amt niedergelegt. Zum Abschied gab es lobende Worte für das Team. „Es ist gigantisch, was wir alles zusammen geschafft haben“, sagte Kollarsch. Im vorigen Jahr hatte er die Bücherei mit den E-Medien ins digitale Zeitalter gebracht. Seit dem verdoppelten sich die verfügbaren Medien auf über 20000. Aus der Gemeindebücherei habe man ein „Schmuckstück“ gemacht, schwärmte Kollarsch. Altbürgermeister Alfons Kastner und Bürgermeister Max Stumböck sprachen für das langjährige Engagement ihren Dank aus. Stumböck würdigte Kollarschs Gespür für guten Lesestoff. Er habe „die aktuellen Strömungen und Bedürfnisse der Leser“ aufgenommen und ganz nebenbei die Lesekompetenz der Grundschüler gesteigert. „Mit Ihrem Namen ist viel verbunden“, so Stumböck. Auf Kollarsch folgt ein Doppelgespann: Susanne Alexander aus Mödishofen und Dominik Wanner aus Ustersbach übernehmen die Leitung. (von Manuela Rauch)


Der „Herr der Bücher“ hört auf – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Der-Herr-der-Buecher-hoert-auf-id37019152.html
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Eine LAN-Party als Höhepunkt der Jugendversammlung.
(AZ 22.01.2016)
Die Jugendbeauftragten der Gemeinde Ustersbach, Andrea Braun und Angelika Ortner,  hatten zur Jugendversammlung eingeladen. Zusammen mit den anwesenden Bürgermeistern Dr.Maximilian Stumböck und Anja Völk wurde über die örtlichen Vereine und deren vielfältigen Angebote informiert, die geplante Unterbringung von Flüchtlingen im Sommer 2016 besprochen und es wurden Fragen dazu beantwortet. Wenn Jugendliche ihre Mithilfe anbieten wollen, können sie sich gerne an den Arbeiskreis Flüchtlinge wenden. Eigene Ideen und Vorstellungen waren auch gefragt. Die Wünsche reichten von Ausflugsfahrten in Freizeitparks oder Besuch der Messe Gamescom bis hin zur Frage nach zur Verfügung stehenden Wänden für weitere Graffiti-Aktionen oder die Möglichkeit des Baus eines Skaterplatzes. Mit Interesse nahmen die Jugendlichen die Erklärungen zur Ausschreibung eines Filmwettbewerbs auf. Zum Thema “Heimat” können sie bis Ende Mai 2016 Filmbeiträge einreichen. Der Gemeinderat wird die Jury bilden und Preise vergeben. Zudem soll eine Aufführung der Kurzfilme im Forum Ustersbach stattfinden.
Im Anschluss an die Jugendversammlung fand der Workshop “Games” statt. Die Jugendbeauftragten hatten ein Team von GamePäd, Professional Edutainment aus Augsburg organisiert. GämePäd ist ein medienpädagogisches Projekt unter der Leitung von Dr.Dominik Neumann mit dem Schwerpunkt Computer- und Videospiele. Dieser reiste mit 3 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen an und verwandelte den Mehrzweckraum in der Grundschule Ustersbach mit den Jugendlichen zusammen in einen technisch gut ausgestatteten “LAN-Partyraum”. 3 Stunden lang wurde gespielt und in theoretischen Einheiten die Spielpraxis hinterfragt, Inhalte reflektiert und Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang erarbeitet. Die Jugendlichen waren begeistert und die Zeit verging viel zu schnell. “Wir überlegen, im Herbst nochmals eine solche Veranstaltung anzubieten”, so Andrea Braun. Zu klären ist, wer als Sponsor gefunden werden kann. Dieses Mal ging der Dank an die Gemeinde Ustersbach und den Landkreis Augsburg, die die Durchführung ermöglichten. Gespannt warten nun die Jugendbeauftragten auf die Einsendung der Filme. Informationen dazu erhält man unter anderem über die Homepage www.gemeinde-ustersbach.de. (von Thomas Germscheid)
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Wie sicher macht ein Zaun einen Teich?
Gemeinderat Ustersbach ist über die nötige Höhe uneins. Ob 1,80 Meter reichen, um Kinder zu schützen? Von Manuela Rauch
(AZ 21.01.2016)Der Obsthof Zott will auf seinem Grundstück einen Teich errichten. Das ist erst einmal legitim, doch bei mehr als 10000 Kubikmeter Fassungsvermögen muss auch der Gemeinderat grünes Licht geben. In ihrer jüngsten Sitzung diskutierten die Volksvertreter über das geplante Vorhaben. Bei der Anlage handelt es sich um einen sogenannten „Regenrückhaltepufferteich mit Löschfunktion“. Mit dem gesammelten Niederschlag wolle man die eigenen Obstplantagen bewässern.
In Puncto Sicherheit wird um den Teich ein 1,80 Meter hoher Zaun gezogen. Eigentlich gäbe es daran nichts auszusetzen, doch manch einem ist das nicht genug. „Ist der wirklich so sicher, dass keiner rüber klettern kann?“, fragte sich die dritte Bürgermeisterin Anja Völk. Michael Glowatz von der Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen, verwies auf die Pflicht des Betreibers. „Der hat natürlich die Sorge zu tragen.“ Allerdings sei auch klar: Wer unbedingt drüber will, lässt sich auch von einem 1,80 Meter hohen Zaun nicht bremsen. Völk gab zu Bedenken, dass sich in der Nachbarschaft eine Wohnanlage befindet „wo auch viele Kinder spielen“. Ob es da keine Möglichkeit gäbe, den Zaun zumindest oben abzuschrägen. Völk: „Das geht ja richtig steil runter.“ Bürgermeister Max Stumböck findet die Sorgen nachvollziehbar. Gegen den Teich gibt es baurechtlich keine Einwände. Den Zaun soll der Betreiber aber mit einer Übersteigsicherung versehen.Neubaugebiet „Am Dorfweiher“: Am 29. Januar endet das öffentliche Auslegungsverfahren für den Bebauungsplan des zweiten Bauabschnitts. Damit ist man im Zeitplan. Bislang habe es keine negativen Stellungnahmen gegeben, so Stumböck. Am 16. Februar geht es weiter. Dann könnte der Bebauungsplan per Satzungsbeschluss in Kraft treten. Reservierungen gebe es reichlich, heißt es. Der Grundstückspreis bleibt unverändert bei 99 Euro pro erschlossenem Quadratmeter.Flüchtlinge: Für die geplante mobile Unterkunft zwischen dem Schützenheim und der Straße nach Baschenegg haben sich fast ein Dutzend interessierte Bauunternehmen gemeldet. In der kommenden Sitzung werde man sich auf einen Anbieter einigen. Bis dahin sollte auch der noch ausstehenden Mietvertrag der Regierung Schwaben auf dem Tisch liegen. Rund 32 Flüchtlinge werden bis zum Sommer in die Gemeinde kommen. Derweil laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Der Arbeitskreis Flüchtlinge hat seine Arbeit aufgenommen und koordiniert die freiwilligen Helfer. Das Engagement der Ustersbacher sei groß, berichtete Anja Völk. Jetzt wolle man die Ehrenamtlichen in Gruppen aufteilen. Die Einsatzbereiche seien zu verschieden, so Völk. „Es gibt Personen, die sich um Sprachkurse kümmern, andere um Freizeitaktivitäten oder organisatorische Dinge.“ Gleichzeitig steht man mit den Nachbarkommunen und anderen Helferkreisen in Kontakt. Das nächste Treffen findet für alle Freiwilligen am 27. Januar um 19.30 Uhr im Forum Ustersbach statt.
Aktuelle Informationen und Termine will die Gemeinde auch über einen Newsletter veröffentlichen. Interessierte Bürger können sich in den Verteiler eintragen: asyl@gemeinde-ustersbach.de. Mehr zum Thema Arbeitskreis Asyl ist auch auf der Gemeinde-Homepage zu finden.Parksünder: Erlaubt ist es nicht, trotzdem machen es viele: Immer wieder kommt es am Forum Ustersbach zu unerlaubtem Parken im Bereich der Feuerwehrzufahrt. Der Bürgermeister ist verärgert. „Bei der Theatervorstellung war es schon wieder so, dass einige durchgefahren sind und direkt vor dem Gebäude standen.“
Auch die einen oder anderen Eltern würden gerne mal ihr Kind bis zur Eingangstür der Schule fahren. Das wolle man nicht länger hinnehmen. Schließlich müsse die Zufahrt für den Notfall freigehalten werden. Stumböck: „Wir machen keine Ausnahme.“ Das werde man den Falschparkern dezent mit einem Flugblatt mitteilen. Ob es mit einem Appell an die Vernunft getan ist, bleibt abzuwarten. Der Bürgermeister hofft auf Einsichtigkeit.

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Ältere wollen mehr Fitnessangebote

Ustersbach will mehr für seine Senioren tun. Die Gemeinde hat deshalb nach deren Bedürfnissen gefragt. Mit zum Teil überraschenden Ergebnissen. Von Manuela Rauch am 12.12.2015

Von Fitness bis Tanz reichen die Wünsche der Ustersbacher Senioren.

Sie sind gut organisiert und sie wollen vor allem aktiv bleiben. So lautet im Kern das Ergebnis der Senioren-Befragung, die von der Dritten Bürgermeisterin von Ustersbach, Anja Völk, angestoßen wurde. Mit einem Fragebogen hatte die Gemeinde in den vergangenen Wochen herausfinden wollen, wo die Senioren der Schuh drückt. 65 von ihnen schickten ihre Antwort zurück ins Rathaus.

Mit ihrer Initiative gehört Ustersbach zu den ersten Kommunen im Landkreis. Ähnliche Umfragen gab es bisher nach Wissen des Landratsamts in größeren Kommunen erst in Meitingen – obwohl der Anteil der älteren Bevölkerung aufgrund des demografischen Wandels überall wächst. Umfragen, etwa durch das Landratsamt, wenden sich bislang vor allem an Familien. Dann geht es um die Bedürfnisse bei der Kinderbetreuung oder das Angebot der Familienhilfe. Dass es sich lohnt, sich den Senioren und ihren Bedürfnissen zu nähern, zeige die aufschlussreiche Auswertung, sagte Völk. So lässt sich sagen, dass der typische Ustersbacher Senior 72 Jahre alt ist und seit rund 49 Jahren in der Gemeinde lebt. Was brauchen die Senioren? Die meisten hätten gerne eine Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrs. Denn für Arzttermine und zum Einkaufen seien sie bislang auf das Auto angewiesen. „Das kann für die Menschen sehr schwierig werden“, sagte Völk bei der Vorstellung der Ergebnisse im Gemeinderat. Senioren wollen mehr Ausflüge unternehmen . Auch ein Vortragsangebot vermissen viele. Das will die Gemeinde nun bereits im Frühjahr umsetzen. Eine Rechtsanwältin spricht dann über das Thema „Patientenverfügung und Vollmacht“. Die Befragung ergab außerdem: Die Senioren sind sportlich. Und sie wollen fit bleiben. „In der Regel werden die vorhandenen Sportangebote gut genutzt, aber sie wollen auch Neues.“ Die Rede ist von Fitness, Wirbelsäulengymnastik, Tischtennis und vom Tanzen. Gemeinsam mit dem TSV wolle man die Ideen diskutieren. Zudem wünschen sich die Senioren mehr Ausflüge. Warum also nicht die Angebote miteinander verbinden, dachte sich Völk. „Etwa mit einer Fahrt in ein Tanzcafé.“ Fest steht dem Ergebnis zufolge, die ältere Generation ist rüstig und super eigenständig.

„Sie sind gut organisiert, insbesondere in der Familie.“ Das gehe auch oft nicht anders, denn längst nicht alle Dinge des täglichen Lebens sind direkt im Ort erhältlich. In Zukunft wolle man den Bedürfnissen der Senioren besser nachkommen, so die Meinung im Gemeinderat. Ein „Senioren-Wegweiser“ soll entstehen. Im Leitfaden werden dann alle wichtigen Adressen und Informationen enthalten sein. Parallel müsse man das vorhandene Angebot der Gemeinde besser bewerben, glaubt Völk. „Das, was wir haben, sollten wir stärker an die Öffentlichkeit bringen.“

 

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Neue Belastung für Familien

Wasser wird in der Gemeinde sparsam verbraucht. Warum es gerade deshalb teurer wird. Von Manuela Rauch am 11.12.2015

Das Wasser wird teurer. Zum neuen Jahr müssen die Bürger mit einer saftigen Erhöhung der Gebühr rechnen, denn die Wasserabnahme ist zurückgegangen. Die Gebührenvorschau für das kommende Jahr hat den Deckungsbeitrag ermittelt und der ist zu niedrig. Wolfgang Dietz von der Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen hatte für die jüngste Gemeinderatssitzung die aktuellen Zahlen mitgebracht. 104000 Kubikmeter Wasser hat die Gemeinde 2015 verbraucht, gerechnet hatte man aber mit 315000 Kubikmetern. Damit floss nur noch ein Drittel der Vorjahresmenge aus den Wasserhähnen. Kosten müssengedeckt sein. Doch die Unterhaltung des Leitungsnetzes kostet Geld und die Wasserversorgung muss kostendeckend gefahren werden. Die Folge: Die Grundgebühr für die Zähler soll bleiben, wie sie ist, die Verbrauchsgebühr wird dafür kräftig anziehen. Der Netto-Preis steigt von aktuell 0,47 Cent auf 1,03 Euro pro Kubikmeter Wasser. Das war absehbar, sagte Bürgermeister Max Stumböck. Andere Gemeinden hätten die Preise längst nach oben geschraubt. „Bei uns war das Wasser lange Zeit sehr günstig.“ Ustersbach sei einfach nicht in der Lage, die Gebühren mit dem allgemeinen Steueraufkommen zu finanzieren, sagte er. „Es gilt nun mal das Verursacher-Prinzip.“

Berechnungen zufolge muss ein Vier-Personen-Haushalt damit rund 90 Euro mehr im Jahr zahlen. Ob der Preis konstant bleibt, lässt sich noch nicht sagen. Die Gebührennachschau im nächsten Jahr werde eventuell neue Erkenntnisse bringen, hieß es. Allgemein müssen sich die Ustersbacher darauf einstellen, dass die Gebühren auch weiterhin steigen könnten. „Es kann durchaus noch teurer werden“, sagte Stumböck, auch im Hinblick auf die kommenden Sanierungsmaßnahmen der Wasserversorgung. Der Rat hat die aktuelle Satzung geändert. Die neue Verbrauchsgebühr gilt ab dem Januar 2016.

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Ein Bach und zwei Orte mit gleichem Namen

Heute befassen wir uns unter anderem mit dem Ursprung von Ustersbach Von Jürgen Dillmann am 07.12.2015

Auch in diesem Ort am Rand der Reischenau sind – wie so häufig im Freistaat – Hopfen und Malz daheim. Und auch hier ist es das über die Ortsgrenzen hinaus bekannte süffige Ergebnis durchaus wert, genossen zu werden, in Maßen natürlich. Freunde des bayerischen Hauptnahrungsmittels wissen es bereits, wir sind in Ustersbach.

Heute leben in der Gemeinde mit seinen drei Ortsteilen Mödishofen, Osterkühbach und Baschenegg etwa 1200 Menschen. Das sind sicherlich weit mehr, als zur Zeit der Gründung, die man im 11. Jahrhundert vermutet. Erste Belege des Siedlungsnamens „Usterspach“ reichen in das erste Drittel des 13. Jahrhunderts zurück. 1277 wird der Ort als „Vsterspach“ und 1288 als „Uesterspach“ erwähnt.

Das „V“ als Anfangsbuchstabe hält sich im 14. Jahrhundert, da heißt es dann mal eher schwer, besser unaussprechlich „Vzzerspach“ – vielleicht auch nur ein Schreibfehler.

Die Bedeutung des Namens scheint klar zu sein. Wieder einmal hat sich ein Mensch verewigt: Er hieß wohl „Ustar“ oder „Ustreh“ und Ustersbach trägt seinen Namen als Siedlung am Bach.

Das seit 1960 geführte Wappen der Gemeinde teilt sich vertikal in Blau und Silber. Oben ist ein springender Hirsch in Gold abgebildet – Wappenfigur der Familie Stolzhirsch. Im unteren silbernen Teil findet sich ein roter Abtstab – Attribut des Kirchenpatrons St. Fridolin. Silber und Rot sind die Farben des Augsburger Domkapitels.

Der Name des Ortsteils Mödishofen, erstmals 1255 in den Annalen erwähnt, bezieht sich ebenfalls auf eine Person, und zwar laut Professor Walter Pötzl auf einen gewissen „Maz(zo)win“.

Der Name von Osterkühbach dagegen hat nichts mit Personen zu tun und auch nichts mit Ostern. Tatsächlich gab und gibt es zwei Orte mit Namen Kühbach am gleichnamigen Bach. Zur Unterscheidung bekam der Ortsteil von Ustersbach bereits im 14. Jahrhundert den Zusatz „Oster“, weil er östlich liegt.

Baschenegg dagegen hieß im 14. Jahrhundert „Bastenaegg“ – da konnte man noch die Herkunft des Namens, nämlich den Vornamen Bastian erahnen. Für Professor Walter Pötzl bedeutet Baschenegg folglich vorspringende Anhöhe des Bastian.

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Theodor Haecker und die “Weiße Rose”
Ustersbach erinnert an seinen stillen Widerstandskämpfer

Vor 70 Jahren starb Theodor Haecker in Ustersbach. Zu seinem Gedenken findet in der ersten Novemberwoche eine Ausstellung statt. Die Ausstellung wird von Renate S. Deck aus Langenburg zur Verfügung gestellt. Seit 1990 befasste sie sich intensiv mit der Vergangenheit der Widerstandskämpfer Sophie und Hans Scholl. Renate S. Deck ist die Leiterin der Gedenkstätte „Weiße Rose“ in Forchtenberg und erhielt für ihr unermüdliches Engagement in der Nachforschung für das Gedenken an die Widerstandsgruppe erst kürzlich das Bundesverdienstkreuz.

Eröffnet wird die Ausstellung am 31. Oktober mit einem Vortrag von Deck zu dem Thema „Die Weiße Rose – auf den Spuren von Hans und Sophie Scholl und ihrem Mentor Theodor Haecker“. Auch der lange in Ustersbach als Pfarrer tätige Michael Kreuzer konnte als Gastredner gewonnen werden. Über viele Jahre hat er über Theodor Haecker geforscht und dabei mit einigen Zeitzeugen sprechen können.

Am selben Tag der Eröffnungsveranstaltung wird bereits um 16 Uhr eine Rosenpflanzung der Sophie-Scholl-Rose beim Forum Ustersbach stattfinden. Während der Ausstellung dürfen sich Kinder aktiv mit Zeichnen oder Malen von themenbezogenen Bildern beteiligen. Die Werke werden gleich veröffentlicht und somit Bestandteil der Ausstellung. Veranstalter ist der Arbeitskreis Kultur der Gemeinde Ustersbach. (von Thomas Germscheid)

Am Samstag, 31. Oktober, um 16 Uhr ist die Pflanzung der Sophie-Scholl-Rose. Um 19 Uhr beginnen die Fachvorträge von Renate S. Deck und Michael Kreuzer. Die Ausstellung ist von Sonntag, 1. bis Sonntag, 8. November, jeweils von 13.30 bis 17 Uhr und am Samstag, 7. November, von 13.30 bis 20 Uhr zu sehen.

Das Grab Theodor Haeckers auf dem Friedhof in Ustersbach wird heute noch ehrenamtlich gepflegt. (Foto Manuela Rauch)

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Graffiti schmückt Wand des Sportlerheims
Zwei Jugendliche aus Ustersbach gewinnen Wettbewerb, AZ 22.Juli 2015

Für manche sind Graffitis nichts anderes als Schmierereien, die man so schnell wie möglich wieder entfernen sollte. Für die anderen sind sie Kunst, die auf grauen und kahlen Wänden Akzente setzt. Legal eine Fläche für Spraykunst zu bekommen, ist nicht immer einfach, es gibt zu wenige davon.

Julia Heydenbluth, 16 und Alexander Pupeter, 13, waren Gewinner eines ausgeschriebenen Wettbewerbs und bekamen eine Fläche am Sportlerheim des TSV Ustersbach zum Besprühen zur Verfügung gestellt.
Die Jugendbeauftragten der Gemeinde, Andrea Braun und Angelika Ortner, hatten den Wettbewerb anlässlich einer Jugendversammlung organisiert. Das Motto war „Ideensammlung 2025,Ustersbach  /Mödishofen“ und „Du bist stolz, hier zu sein“.

Die Jugendlichen hatten dabei Gelegenheit, ihre Wünsche für Ustersbach vorzutragen. Eine Skateranlage, ein Freiluftkino, eine bessere Verkehrsanbindung, um abends nach Augsburg zu kommen, wurden unter anderem genannt. Was davon umgesetzt werden kann, wird derzeit noch diskutiert.
Daneben wurde auch ein Graffiti- Wettbewerb vorgestellt. Kinder und Jugendliche sollten ihre gemalten Vorschläge für die vom TSV Ustersbach zur Verfügung gestellte Fläche einreichen. Die von einer Jury ermittelten Gewinner sollten ihr Graffiti-Vorschlag umsetzen dürfen; zusätzlich erhielten sie noch Kinokarten. Vor kurzem war es nun so weit. Das Kunstwerk wurde in die Tat umgesetzt.
Die „Künstler“ trafen sich am frühen Morgen mit dutzenden von Spraydosen am TSV-Sportlerheim. Sie sprühten unter Anleitung des Augsburger Graffitikünstler, Michael Gierak, kurz „wesk“ genannt, die ersten Farbspritzer auf die Wand.
Nach und nach konnte man sehen, wie sich das Kunstwerk zu einem Graffiti entwickelte. Interessant war, dass beide Entwürfe der Gewinner in einem Bild vereint wurden. Gegen Mittag war das Werk vollbracht und die Künstler durften sich noch mit ihrem Namenskürzel auf dem Graffiti verewigen. (thog)

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Startschuss für den nächsten Bauabschnitt
Grünes Licht in Ustersbach für das Baugebiet am Dorfweiher in Mödishofen
AZ 17.Juli 2015

Das Baugebiet am Dorfweiher, besser bekannt als Mödishofen Nord-Ost, geht in die zweite Runde. Rund 24 Bauplätze sollen zum Norden hin das neue Wohngebiet erweitern.
Bauamtsleiter Karlheinz Lutz stellte die Eckpunkte der Entwurfsplanung vor. Die Grundstücksflächen pendeln sich zwischen 450 und 480 Quadratmeter ein. Es gebe auch größere, sagte Lutz, aber man habe sich im Konzept am derzeitigen Trend orientiert. Der geht eindeutig nicht zu überdimensionierten Flächen.

Die Festsetzungen wurden im Großen und Ganzen vom ersten Bebauungsplan übernommen. „Große Überraschungen gab es nicht“, sagte Lutz. Zu den Besonderheiten des Bauabschnitts zählen Details wie etwa eine gemeindliche Fläche ohne Durchgangsverkehr. Man könne sich vorstellen, dort einen Spielplatz oder einen Brunnen einzurichten. „Dieser Raum soll in erster Linie Begegnungen ermöglichen“, sagte Bürgermeister Max Stumböck.
Die Verkaufspreise sind noch nicht kalkuliert. Anja Völk warf den Gedanken ein, ob sich nicht auch eine der Flächen für den Bau eines Mehrfamilienhauses eignen könnte. „Davon haben wir sehr wenige und der Bedarf auf dem Land an Wohnungen wird größer“, betonte sie. Dies sei grundsätzlich möglich, erklärte Lutz. Konkrete Anfragen von Bauträgern gebe es noch nicht, was aber nicht bedeuten würde, dass sich keine Interessenten finden ließen. „Grundsätzlich könnten wir die Festsetzung so stricken, dass auch eine Wohnanlage möglich wäre“, so Lutz. Stumböck will das Thema in einer der nächsten Sitzungen auf den Tisch bringen.

Der Gemeinderat hat in seiner Abstimmung nun einstimmig den Bebauungsplan auf den Weg gebracht, den Entwurf gebilligt und damit für die vorzeitige Beteiligung grünes Licht gegeben.

Daumen hoch, und zwar im sportlichen Sinne, gab es auch für den ersten Vorsitzenden des TSV Ustersbach. Albert Völk eröffnete in der Sitzung, dass sich die Gemeinde nun als Ausrichter des Landkreislaufs 2016 bewerben wolle. Das Event gehört zu den größten seiner Art im Landkreis und zieht Jahr für Jahr rund 1600 Läufer an. Vor zwei Jahren hatte der TSV im Zuge seines Kabinenausbaus Kontakt zum Landratsamt. Die zeigten sich so begeistert von der Infrastruktur, dass man dazu riet, es mit einer Bewerbung zu versuchen. Nun ist die eingerichtete „Taskforce“ auf der Suche nach Helfern. Etwa 150 davon wären notwendig, um das Projekt zu stemmen.
Neben dem Sportverein hätten auch die Schützen ihre Unterstützung zugesagt. Auch die Feuerwehr, der Verein Jugendförderung und der Bauernverband sind mit „Manpower“ dabei. Die Sportler liefen schon früher einmal durch Ustersbach. Seit 1982 gibt es den Wettbewerb, der damals auch durch die Gemeinde führte. „Wir hatten sogar eine richtig erfolgreiche Jugendmannschaft“, verriet Völk. Der Gemeinderat zeigte sich begeistert. „So ein Event ist für einen vergleichsweise kleinen Ort wie Ustersbach eine großartige Sache“, sagte Stumböck und sicherte Völk die volle Unterstützung zu.

Der betonte übrigens auch, dass der Lauf nicht mit der Fußball-Europameisterschaft kollidieren würde. „Das haben wir geprüft. Am 3. Juli wird gelaufen, da gibt es kein Spiel“, versicherte er. Mehr Informationen dazu soll es im August geben. (aula)

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Feuerwehr mit Tradition

In Ustersbach gibt es seit 130 Jahren freiwillige Brandhelfer. Das wurde jetzt mit einem Festabend gefeiert Von Thomas Germscheid (21.7.2015)

In Ustersbach gab es allen Grund zum Feiern, denn die im Jahre 1885 gegründete Freiwillige Feuerwehr besteht nunmehr seit 130 Jahren. Am vergangenen Samstag wurde das Jubiläum kräftig gefeiert. Im Festzelt konnte man sich bei leckerem Essen und Trinken ein schattiges Plätzchen sichern. Vorsitzender Alexander Mairhörmann ging in seiner Ansprache besonders auf die Feuerwehrjugend ein, welche mit großem Einsatz das Fest organisiert und gestaltet habe.

Die Kinder der ortsansässigen Tanzgruppe eröffneten mit drei Tänzen das Fest. Auf der benachbarten Wiese war eine Hüpfburg aufgebaut und es wurden Wasserspritzspiele angeboten. Die Fleinhauser Dorfmusikanten sorgten mit schwungvollen Musikstücken bis tief in die Nacht für Stimmung.

Der Überlieferung nach wurde bereits 1837 die erste mechanische Wasserspritze, eine sogenannte Lösch- und Druckmaschine, in Ustersbach angeschafft. In einem eigens dafür errichteten Feuerrequisitenhaus zwischen der Brauerei und der ehemaligen Schmiede wurde sie untergebracht. In dieser Zeit bildeten sich überall freiwillige Feuerwehren, da durch die Motivation der freiwilligen Helfer auch die Brandbekämpfung entsprechend effektiv war.

Auch in Ustersbach erkannte man dies und gründete auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Matthäus Mozet 1885 die Freiwillige Feuerwehr Ustersbach. Zur Gründungsversammlung fanden sich damals 53 freiwillige Helfer im alten Schulhaus zusammen und wählten Kaspar Schmid sen. zum ersten Vorsitzenden und Vitus Kastner zum ersten Kommandanten.

Die Ausrüstung war nach dem damaligen Gründungsprotokoll sehr spärlich und bestand aus der besagten Lösch- und Druckmaschine, einer Anstellleiter, drei Dachleitern, drei Laternen, sechs Wasserschapfen, fünf Feuerhaken und 14 Meter Schlauch. 1888 wurde eine neue Lösch- und Druckmaschine erworben, welche von einigen Feuerwehrkameraden 2010 mit hohem Zeitaufwand für das 125-jährige Jubiläum renoviert wurde. Das erste Feuerwehrauto wurde 1964 angeschafft und ersetzte den bis dahin im Einsatz befindlichen Löschanhänger.

Das jetzige Feuerwehrhaus „Am Espach“ wurde 1982 gebaut und zu dessen feierlichen Eröffnung hat der damalige Bürgermeister Fritz Braun den Schlüssel an den ersten Kommandanten Alois Mairhörmann übergeben. Im Hinblick auf eine wesentlich bessere und zeitgerechtere Ausstattung wurde 1987 das große Löschfahrzeug erworben, welches bis zum heutigen Tag treu seine Dienste tut.

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Seit 15 Jahren feiern Nachbarn hier zusammen
Kleines Jubiläum beim jährlichen Treffen am Schlauacker

von Thomas Germscheid (14.7.2015)

Einmal im Jahr treffen sich die Nachbarn zum schon traditionellen Straßenfest am Schlauacker in Mödishofen. In diesem Jahr konnte ein kleines Jubiläum gefeiert werden: Seit 15 Jahren kommen hier Menschen zusammen, wie jetzt wieder am vergangenen Samstag. Und es werden von Jahr zu Jahr mehr.

Peter und Martina Zimmermann sind von Anfang an die Gastgeber. Alles begann im Jahre 2000, man traf sich auf der Straße zum gemütlichen Beisammensein und pflegte die gute Nachbarschaft. Bei schlechtem Wetter traf man sich früher in einer der Garagen, was heute bei über 100 Gästen nicht mehr möglich wäre, dafür wird von Peter Zimmermann ein großes Zelt aufgestellt. Aus dem damaligen kleinen Rahmen ist über die Jahre ein traditionelles Fest geworden, an dem Jung und Alt und dieses Mal auch geladenen Gäste wie Altbürgermeister Alfons Kastner und nebst dem gesamten Gemeinderat auch Bürgermeister Max Stumböck teilnahmen.

Für die neu hinzugezogenen Familien bietet sich das Straßenfest an, um Kontakte zu knüpfen und sich kennenzulernen. Insbesondere durch das angrenzende Neubaugebiet dürften es in den nächsten Jahren sicher noch mehr Gäste werden, denn diese sollen auch herzlich eingeladen sein, so Peter Zimmermann.

Die Feier lief nach wie vor nach dem gleichen Prinzip ab, jeder brachte zum Gelingen etwas zum Grillen, selbst gebackenen Kuchen oder Salat mit. Die Salate wurden auf Tischen zu einem Buffet zusammengestellt, und auf den bereits vorbereiteten Grills konnte jeder sein mitgebrachtes Grillgut auflegen. Die Kinder arrangierten sich mit Spielen, und den Erwachsenen ging der Gesprächsstoff nicht aus, neben Neuigkeiten aus dem Dorf wurden auch alte Erinnerungen ausgetauscht.
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Schulden hoch, Steuern tief
Der Etat in Ustersbach ist von Rekorden geprägt. Aber kein Grund zum Jubeln. Von Manuela Rauch (29.3.2015)

„Unschön“. Bürgermeister Max Stumböck brauchte nicht viele Worte, um die Situation im Haushalt von Ustersbach auf den Punkt zu bringen. Die Gewerbesteuererträge sinken dramatisch, die Investitionen im Baugebiet Mödishofen belasten den Vermögenshaushalt zusätzlich.
Kein Grund zur Panik, heißt es. Schließlich verkaufen sich die Grundstücke am Dorfweiher wie warme Semmeln und auch bei den kostenrechnenden Einrichtungen vermeldet die Arbeitsgruppe „Haushaltskonsolidierung“ dank Gebührenerhöhung erste Erfolge. Von ausgeglichenen Haushalten ist man aber noch weit entfernt. Kämmerer Peter Kroh erklärte dem Gemeinderat die Zahlen im Detail.

Die Gewerbesteuereinnahmen liegen heuer voraussichtlich bei 160000 Euro. Den letzten Aufwärtstrend gab es 2013, seitdem geht es stetig nach unten. Gemessen an den Vorjahren hätte schon 2014 mehr drin sein müssen. „Das ist die mit Abstand längste Abwärtsbewegung seit 1992“, erklärte Kroh. Zum 1. Januar 2015 wurden bereits die Hebesätze angezogen.

Als Konsequenz der mageren Steuereinnahmen legen die Schlüsselzuweisung kräftig zu. Die Zuwendung aus dem kommunalen Finanzausgleich unterstützt steuerschwache Gemeinden, abhängig von deren Steuerkraft der letzten zwei Jahre. 2015 erhält Ustersbach 162700 Euro und damit 20000 Euro mehr als im Vorjahr.

Zukünftig fließt damit jeder fünfte Euro in die Kreisumlage. Die bleibt vorerst der größte Ausgabe-posten der allgemeinen Finanzwirtschaft. Satte 22,06 Prozent der Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt fließen an den Landkreis. 456000 Euro werden es heuer sein, das sind fast 56000 Euro mehr als im letzten Jahr.

Der Vermögenshaushalt erreicht ein Rekordvolumen. Als Folge der Erschließung von Mödishofen Nord (Am Dorfweiher) und dem geplanten Bau des Horts im Kindergarten St. Fridolin erhöht sich der Anteil der Investitionen und Fördermaßnahmen auf rund 1,3 Millionen Euro. Der macht stolze 82 Prozent des Vermögenshaushalts aus. Im Vorjahr lag der Anteil bei 58 Prozent. Der Vermögenshaushalt schließt mit einem Volumen von rund 1,6 Millionen ab. Das ist rund dreimal so viel wie 2014, was gleichzeitig bedeutet, dass die Gemeinde zur Finanzierung des Vermögenserwerbs um einen Kredit nicht herumkommt. 500000 Euro Kreditaufnahme werden im Haushalt veranschlagt.

Neben der Kreditaufnahme garantieren auch die Grundstückseinnahmen (400000 Euro), die Beiträge (354600 Euro) und die Zuwendungen (142500 Euro) die Ausgabenfinanzierung. Der Schuldenstand beträgt zu Beginn des Jahres 562200 Euro und kratzt zum Jahresende mit voraussichtlichen 989000 Euro an der Millionenmarke.

Damit komme die 1100 Einwohner Gemeinde eindeutig an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, erklärte Bürgermeister Max Stumböck im Anschluss. Auch deshalb werde man gerade in den Bereichen Wasserversorgung und Entwässerung auf absolute Kostendeckung setzen. Gebührenerhöhungen sind nicht ausgeschlossen. Eigens dafür wurde im letzten Jahr die Arbeitsgruppe „Haushaltskonsolidierung“ ins Leben gerufen, mit dem erklärten Ziel „ein lebenswertes Ustersbach auf Grundlage einer soliden Haushaltsführung zu gewährleisten“. Kalkulationen zur Berechnung von Gebühren und Beiträgen wurden bereits in Auftrag gegeben. „Das ist natürlich nicht schön“, sagte Stumböck „aber vor dem Hintergrund der wirklich guten Infrastruktur, die wir haben und auch brauchen, kommen wir um große Investitionen nicht herum.“

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Hörbücher und E-Books in Ustersbach

Knapp 7000 Medien umfasst das neue Online-Angebot der Gemeindebücherei  Ustersbach. Tablet- und E-Book-Fans können jetzt rund um die Uhr in die Welt der Bestseller und Lieblingsschmöker eintauchen. Heinz Kollarsch leitet die Bibliothek und ist nach der ersten Testphase euphorisch. „Wir haben viele neue Mitglieder gewinnen können.“
Neben den Erwachsenen kommen auch die Kinder und Jugendlichen auf ihre Kosten. Die Zwillinge Hannah und Amelie haben beide einen E-Book-Reader. „Die sind super praktisch. Bücher sind oft so schwer“, sagt die elfjährige Amelie. Angst, dass die zunehmende Digitalisierung die Büchereien verdrängt, hat Kollarsch nicht. Das Angebot sei vielmehr eine Ergänzung, auch im Hinblick auf die Öffnungszeiten der Einrichtung. „Ein gedrucktes Buch strahlt immer noch eine Wertigkeit aus, die man mit dem Tablet oder dem Smartphone nicht erreicht“, so Kollarsch.

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Angebot bringt der Bücherei neue Mitglieder – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Angebot-bringt-der-Buecherei-neue-Mitglieder-id33287362.html

Schulden hoch, Steuern tief – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/Schulden-hoch-Steuern-tief-id33524807.html

Presse Spatenstich

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So schmeckt das Leben auf dem Land auch der Jugend
Die Gemeinde Ustersbach und ihre Vereine versuchen, attraktiv zu bleiben. Und bieten einiges an.
Von Manuela Rauch am 21.01.2015

Die Stadt ist hip, das Dorfleben fad. Dieser Glaube hält sich hartnäckig. Jahr für Jahr kehren etliche junge Menschen dem Land den Rücken zu, sobald sich ihnen die Chance dazu bietet. Doch ziehen die Jüngeren fort, bleiben die Älteren zurück. Damit die Heimatgemeinde dem Nachwuchs möglichst ans Herz wächst, lassen sich die Kommunen einiges einfallen.
Ustersbach hat mit seiner Jugendarbeit schon viele Projekte gestemmt. Doch Andrea Braun vom Verein Jugendförderung ahnt, dass das allein kaum reichen wird, um dem demografischen Wandel die Stirn zu bieten. „Die jungen Leute müssen unbedingt auch nach der Ausbildung oder dem Studium am Ort bleiben“, sagt Braun.Um die drohende Landflucht zu verhindern, will man nun zusammen mit den ortsansässigen Vereinen den Nachwuchs aktiv in die Dorfgestaltung mit einbeziehen. Vergangene Woche kamen erstmals Kinder, Jugendliche und Vertreter der Jugendabteilungen zusammen. Braun und ihre Mitstreiterin Angelika Ortner hatten dazu aufgerufen. „Wir wollen wissen, was die Jugend braucht und was sie am Ort vermisst“, so Ortner.
Die Vereine konnten ganz nebenbei die Werbetrommel für ihre Programme rühren und all das in den Mittelpunkt stellen, was moderne Vereinsarbeit auszeichnet. Die Bandbreite ist groß. „Unsere Vereine bewegen enorm viel“, betonte Bürgermeister Max Stumböck.
Dabei hat Ustersbach mit den gleichen Nachwuchssorgen zu kämpfen wie viele andere Kommunen. „Jedes Jahr schauen wir gespannt darauf, wie viele Kinder neu eingeschult werden“, erklärt Alexander Repasky vom TSV. Weniger Erstklässler bedeuten schwindende Anmeldezahlen für den Sportverein und damit auch weniger Jugendarbeit. Dabei versuche man selbst den Nachwuchs ohne großes Balltalent zu locken. Etwa mit geförderten Schiedsrichter- oder Trainerausbildungen. „Auch für die Mädchen“, fügt Albert Völk hinzu.Dass gute Jugendarbeit auch eine Menge mit zeitgemäßer Vereinsmentalität zu tun hat, wurde bei der Vorstellung des Schützenvereins Ustersbach-Mödishofen deutlich. Der schickte mit Dominik Wiedemann und Jonas Naß zwei seiner Aushängeschilder in die Runde und demonstrierte gleichzeitig, dass der Verein alles andere als angestaubt ist. Wiedemann und Naß schwärmten von überwältigenden Wettkampferfahrungen und vom Spaß, „wenn alle zusammen auf der Münchner Olympiaschießanlage stehen“.
Spätestens danach war klar: Heutzutage müssen sich Vereine einiges einfallen lassen, um die Jugend, gerade in der nicht einfachen Phase der Pubertät, anzusprechen. Gemeinschaft alleine reicht da nicht. Im Verein Jugendförderung ist man daher ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer organisieren neben dem Ferienprogramm auch Workshops oder Graffiti-Wettbewerbe.
Zum Abschluss gab es deshalb auch für drei junge Erwachsene Geschenke. Sie sind gerade achtzehn geworden. In Zukunft wolle man den Geburtstagskindern zu ihrer Volljährigkeit in besonderer Weise gratulieren. Die Geste solle neben der Wertschätzung den jungen Menschen ihre Verantwortung vor Augen halten, erklärt Andrea Braun. ______________________________________________________________________

Kinderbetreuung Mit dem Ausbau des Kindergartens St. Fridolin erweitert Ustersbach sein Angebot  Von Manuela Rauch am 19.8.2014 AZ Augsburg

Im Kindergarten St. Fridolin können schon bald die Handwerker loslegen: Aus dem Kindergarten wird eine Kindertagesstätte. Krippe, Kindergarten und auch ein Hort sollen hier untergebracht werden. Das bedeutet zunächst viel Arbeit für die Baufirmen. Mehr als die Hälfte des ersten Stocks wird zur gemütlichen Wohlfühloase umgebaut. Bereits zum neuen Schuljahr 2014/2015 werden im Gebäude die ersten Schulkinder herumflitzen. Im kommenden Frühjahr soll der Ausbau dann komplett fertiggestellt sein.

Bürgermeister Max Stumböck erklärt die Baupläne: „Wir lassen das komplette Dachgeschoss neu isolieren und dämmen.“ Große Dachflächenfenster werden die Räumlichkeiten mit viel Tageslicht durchfluten. „Die Schrägen werden mit Schrank- und Regalsystemen zugemacht“, erzählt er das funktionelle Konzept. Zum Ausbau gehören auch eigene sanitäre Anlagen, das neu gestaltete Treppenhaus, eine Küchenzeile und der Anbau einer Außentreppe in den Garten. Die Planung sieht eine optimale Integration des Horts in den Kindergarten vor. „Die Grundschüler können so auch Räume, wie die Bau-Ecke im Kindergarten mitbenutzen“, erklärt Kindergartenleiterin Antje Kollarsch. Der Synergieeffekt sei auch für die Vorschulkinder ein Gewinn. „Die profitieren auch davon, wenn sie mal zu den Großen hochdürfen“, sagt sie. Das Konzept beinhaltet von Montag bis Freitag neben einem vollwertigen Mittagessen und einer Hausaufgabenbetreuung auch eine kreative und sportliche Freizeitgestaltung. Die Außenanlagen der Schule wie der Sport- und Basketballplatz sowie die Turnhalle können genutzt werden. Zudem soll sich die bereits gute Kooperation zwischen Schule und Kindergarten in vielen Bereichen noch weiter intensivieren.

Während das Landratsamt vorerst für etwa zehn Plätze grünes Licht geben würde, könnte sich der Bürgermeister noch eine größere Gruppe vorstellen. Platz genug gäbe es. Um die pädagogischen Ansprüche zu gewährleisten, wird für die Hortgruppe außerdem eine qualifizierte Erzieherin eingestellt. Kernzeiten gäbe es vorerst nicht, man wolle erst einmal auf die Wünsche der Eltern eingehen. Eine Buchungszeit von mindestens drei Tagen in der Woche bis 14 Uhr sei jedoch bindend.

„Wir punkten hier durch Kinder- und Jugendfreundlichkeit“, sagt Jugendbeauftragte Angelika Ortner. Im Hinblick auf die Neubaugebiete und die Bedürfnisse junger Familien wolle man Ustersbach und den umliegenden Gemeinden mit einem runden Betreuungskonzept mehr Spielraum geben. Jetzt hätte man vom Krippenangebot bis zum Hort alles unter einem Dach. Dabei sei das Projekt nicht nur für ortsansässige Familien attraktiv. Das betont auch der Bürgermeister: „Für Eltern, die beispielsweise nach Augsburg zur Arbeit fahren und die Bundesstraße nutzen, ist Ustersbach für die Kinderbetreuung ideal gelegen.“

Der Ausbau des Gebäudes gehört zu den Schwerpunkten im aktuellen Haushaltsjahr. Bereits 60000 Euro wurden dafür veranschlagt. Die Baukosten werden jedoch um einiges höher liegen, das sei schon jetzt absehbar. Von rund 150000 Euro ist die Rede. „Einen Teil davon wollen wir aber durch Fördermittel der Regierung Schwaben abdecken“, erklärt Stumböck. Dass die Bezuschussung kommt, daran glaubt er fest. Die Stimmung im Landratsamt sei ausgesprochen positiv.

Doch auch ohne Fördermittel soll Ustersbach seinen Hort bekommen. „Notfalls würden wir das Bauvorhaben auch mit einem weiteren Kredit finanzieren.“ Alles andere wäre für Stumböck undenkbar. „Erst kommen die Familien, dann der Schuldenabbau“.